Simbabwe: Rotes Kreuz verstärkt Hilfe für Cholerakranke
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) stellt zusätzliche medizinische Hilfsgüter bereit, um der in Simbabwe ausgebrochenen Cholera zu begegnen. Die Epidemie hat schon über 560 Tote gefordert, und humanitären Organisationen zufolge wurde die Krankheit bislang bei mehr als 12 000 Menschen diagnostiziert.
Gestern Nacht trafen auf dem Internationalen Flughafen Harare über 13 Tonnen medizinischer Hilfsgüter aus dem regionalen Logistikzentrum des IKRK in Nairobi (Kenia) ein. Die Lieferung umfasst ein komplettes Cholera-Kit von über sechs Tonnen. Es enthält etwa 4 000 Liter Infusionslösung, Infusionssets, Nadeln, Antibiotika, Handschuhe und sonstiges medizinisches Material. Diese Güter werden in den nächsten Tagen an Gesundheitseinrichtungen abgegeben. Hierzu gehören das auf die Behandlung infektiöser Krankheiten spezialisierte Beatrice Infectious Diseases Hospital, Gesundheitsstationen in den dicht bevölkerten Aussenbezirken Harares, die in Cholerabehandlungsstationen umgewandelt wurden, sowie andere Einrichtungen in der Hauptstadt und an anderen Orten. Die restlichen sieben Tonnen der Hilfsgüterlieferung sind für 15 Gesundheitsstationen und drei Bezirksspitäler in entlegenen ländlichen Gebieten bestimmt, die das IKRK unterstützt.
Die Hilfsgüter umfassen auch Schürzen, Gummistiefel, Schutzhandschuhe und sonstige Schutzkleidung, Müllsäcke und Bodenwischer sowie Chlor zur Wasseraufbereitung. "Wegen der Übertragungsgefahr ist Schutzkleidung für die Mitarbeiter, die mit Cholerakranken zu tun haben, äusserst wichtig", erklärte Marcelle Baltzinger, eine IKRK-Gesundheitsdelegierte.
Gesundheitsfachleuten zufolge fördert der Mangel an sauberem Wasser die Ausbreitung der Cholera. In den dicht bevölkerten Aussenbezirken Harares sind auch einige Gesundheitsstationen von diesem Problem betroffen. Deshalb versorgt das IKRK zwei seit Anfang November von ihm unterstützte Gesundheitsstationen weiterhin mit Wasser. Beide Einrichtungen erhalten seit Anfang letzten Monats vier Mal wöchentlich je über 5000 Liter Wasser. Ferner legte das IKRK auf den Geländen der Gesundheitsstationen Budiriro und Glen View Bohrbrunnen an, die es nächstens mit Pumpen ausstatten wird. Die Organisation repariert zudem die Bohrbrunnen auf den Geländen der Gesundheitsstationen Rutsanana und Mabvuku in Harare.
Das IKRK gab diese Woche ausserdem Geräte zur Entstopfung von Abwasserleitungen an die Behörden der Hauptstadt und an die nationalen Wasserbehörden ab. Dies soll dazu beitragen, der Verunreinigung von Wasserquellen durch Abwasser entgegenzuwirken. Da die Menschen in gewissen Gebieten aus untiefen Brunnen und anderen Quellen Wasser schöpfen, das wegen der Verstopfung von Abwasserrohren verunreinigt sein kann, könnte diese Massnahme auch helfen, die Ausbreitung der Epidemie zu verringern.
Informationen über diese Tätigkeiten werden mit den Partnern der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und anderen humanitären Organisationen geteilt, um so eine optimale Koordination der laufenden Aktivitäten zu gewährleisten.
Weitere Aukunft erteilen
Robin Waudo, IKRK Harare, Tel. +2634 790 268; +2639 1224 0960
Anna Schaaf, IKRK Genf, Tel. +41 22 730 22 71; +41 79 217 32 17
Siehe auch feature story und
Website: www.icrc.org
Die Cholera wird durch den Erreger Vibrio cholerae verursacht. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme der Erreger über verunreinigtes Trinkwasser, infizierte Nahrung oder durch Fliegen. Die Bakterien verursachen sehr starken wässrigen Durchfall und manchmal Erbrechen, was zu einer schnellen Austrocknung, Schwäche und Tod führen kann.
