Situation in Simbabwe
Die Situation in Simbabwe hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch zugespitzt. Seit Oktober 2008 hat sich die Cholera in acht der zehn Provinzen des Landes ausgebreitet
Zur Zeit (Stand 22.12.08) sind ca. 21.000 Erkrankte registriert, mehr als 1.100 Personen sind bereits verstorben. Ausgelöst wurde die Epidemie vor allem durch das Einbrechen des staatlichen Gesundheitswesen, das Fehlen von Trinkwasserversorgung, inadäquaten sanitären Einrichtungen und eine sich drastisch verschlechternde wirtschaftliche Lage in Simbabwe.
Die UNO befürchtet, dass 46% der simbabwischen Bevölkerung - das sind sechs von ca. 13 Millionen Menschen – gefährdet sind, sich mit Cholera anzustecken. Während der Regensaison wird eine weitere Verschlechterung der Situation erwartet.
Von Hungersnot geschwächte Bevölkerung
Laut Schätzungen des Roten Kreuzes und des Welternährungsprogramms der UNO (WFP) sind mehr als fünf Millionen Personen in Simbabwe von akuter Hungersnot bedroht. Für die dadurch ohnehin geschwächte Bevölkerung stellt die Cholera eine weitere lebensbedrohliche Gefahr dar.
Das Rote Kreuz ist vor Ort zur Stelle:
Das Rote Kreuz hilft vor Ort. Mit lokalen Mitarbeitern aus Simbabwe wird seit Monaten, Hilfe für Cholera-Kranken geleistet. Rotkreuz-Freiwillige - zum Teil aus den betroffenen Dörfern selbst - verteilen Informationsmaterial und versuchen, die Bevölkerung über die Gefahren der Cholera aufzuklären. Insgesamt wurden so bereits mehr als 11.000 Personen erreicht. Es werden laufend Tabletten zur Reinigung von Trinkwasser , Seife und Gefäße zum sicheren Aufbewahren von Trinkwasser verteilt. Häuser werden desinfiziert und Unterstützung zur Wiederherstellung der städtischen Wasserversorgung in Harare wird geleistet. Lokale Krankenhäuser werden mit medizinischen Gütern versorgt. Als Antwort auf die Hungersnot und auch mit Unterstützung aus Österreich verteilt das Rote Kreuz in Partnerschaft mit WFP Lebensmittel im ganzen Land.
Hilfe aus Österreich
Die Situation in Simbabwe hat sich mittlerweile derart verschärft, dass das Roten Kreuz in Simbabwe internationale Hilfe aus dem weltweiten Rotkreuz-Netzwerk angefordert hat. Zugang zu sauberem Trinkwasser spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Cholera. Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt die Hilfsaktion mit der Entsendung einer Schnelleinsatzgruppe (Emergency Response Unit) zur Aufbereitung von Trinkwasser. Insgesamt wurden Mitte Dezember vier österreichische Wasserspezialisten nach Simbabwe entsendet (siehe Infobox).

