04.09.2009

Family News Nr. 02/09, Juli 2009

Ein Informations-Service des Suchdienstes des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK)

Inhalt:

 

I. Suchdienst Österreich

  • Humanitätspreis des ÖRK an „Suchdienst – Schriftstellerin“ Anna Kim
  • Suchdienst bei „Stöckl am Samstag“
  • Suchdienst-Workshop für Freiwillige und Interessierte
  • Suchdienstspiel beim Bundesjugendlager des ÖJRK in Amstetten
  • Internationale Köstlichkeiten im kulinarischer Kulturkalender 2010

 

II. Suchdienst International:

  • Deutschland: Internationales Suchdienst-Treffen in Bad Arolsen
  • Gaza: IKRK fordert Gefangenenbesuche
  • Philippinen: Entführter IKRK-Delegierter wieder in Freiheit

 



I. Suchdienst Österreich


Humanitätspreis des ÖRK an „Suchdienst – Schriftstellerin“ Anna Kim

Im Mai vergab das Österreichische Rote Kreuz zum 15. Mal den Heinrich-Treichl-Preis. Geehrt werden Personen, die durch eine hervorragende Leistung oder im Rahmen ihrer Arbeit ihre humanitäre Gesinnung bewiesen haben, wie etwa Barbara Stöckl, Kurt Bergmann oder Ute Bock. Die heurige Preisträgerin, die Schriftstellerin Anna Kim, bewies ihre humanitäre Einstellung in der Kunst. 2005 führten speziell geschulte MitarbeiterInnen einiger Rotkreuz-Landesverbände in verschiedenen Bundesländern Ante Mortem Daten (AMD)-Interviews mit Personen durch, die nach wie vor Angehörige aus den Balkankriegen vermissen. Anna Kim interessierte sich generell für diese Thematik und war bei einigen Interviews dabei. Später bereiste sie die Herkunftsländer der Betroffenen, um auch vor Ort zu recherchieren. Ihre Erfahrungen und die Arbeit des Suchdienstes vermittelt sie in ihrem Roman ‚Die gefrorene Zeit’ in literarisch anspruchsvoller Weise. Gleichzeitig beschreibt Anna Kim die Gefühlswelt eines Menschen aus dem Kosovo, den die Ungewissheit über das Schicksal seiner geliebten Frau plagt - ein Thema, das laut Anna Kim zur Sprache gebracht gehört.


Nähere Informationen:
http://www.roteskreuz.at/berichten/aktuelles/news/datum/2009/08/21/rotes-kreuz-vergibt-zum-15-mal-den-heinrich-treic/
http://www.roteskreuz.at/migration-suchdienst/suchdienst/suchdienst-im-detail/ante-mortem-daten/
http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/379729/index.do
http://www.droschl.com/programm/buch.php?book_id=698

 



Suchdienst bei „Stöckl am Samstag“

Das Motto „Rotes Kreuz - 150 Jahre im Dienste der Menschlichkeit“ stand im Mittelpunkt der Sendung „Stöckl am Samstag“ vom 20. Juni 2009. Neben Generalsekretär Wolfgang Kopetzky, Chefpsychologin Barbara Juen und dem Delegierten Valentin Seidler war auch Johanna Goldmann ins ORFStudio eingeladen und erzählte über ihre Arbeit als Leiterin des Suchdienstes.


Mehr Informationen und Bilder zur Sendung:
http://tv.orf.at/program/orf2/20090620/455747001/266552/

 



Suchdienst - Workshop für Freiwillige und Interessierte

Wussten Sie, dass der Suchdienst des Roten Kreuzes bereits in der 3. Genfer Konvention von 1949 verankert ist? Oder, dass in Österreich noch immer das Schicksal von ca. 20.000 Wehrmachtsangehörigen ungeklärt ist? Diese Fragen und zahlreiche andere Fakten in Bezug auf die Arbeit des Suchdienstes wurden im Frühjahr in Tirol und Mitte Mai im Generalsekretariat in Wien im Rahmen eines Workshops für Freiwillige und Interessierte behandelt. Ein solcher Workshop ist auch für Mitte 2009 im Generalsekretariat des ÖRK geplant. Interessierte können sich an Herwig Schinnerl wenden: Herwig.Schinnerl@roteskreuz.at

 



Suchdienstspiel beim Bundesjugendlager des ÖJRK in Amstetten

Ende Mai fand in Amstetten des Bundesjugendlager des Österreichischen Jugendrotkreuzes statt. Mit dabei war auch ein Freiwilligenteam des Suchdienstes, das den jungen TeilnehmerInnen des Camps anhand des Suchdienstspiels die tägliche Arbeit des Suchdienstes spielerisch näher brachte. Die Mädchen und Burschen waren trotz schlechten Wetters mit vollem Elan bei der Sache und freuten sich über die vielen wieder vereinten „Familien“.



Internationale Köstlichkeiten im kulinarischen Kulturkalender 2010

„Flüchtlinge mal anders kennen lernen“, das war die Ausgangsidee für den kulinarischen Kulturkalender 2010. Für den Kalender kochten Familien aus Afghanistan, Nepal, der Türkei, dem Kosovo, dem Irak und der Mongolei traditionelle Köstlichkeiten und bewirteten sowohl Buddies als auch die Mitarbeiterinnen von ÖRK und Diakonie. Die Ergebnisse sind in Form von Rezepten und Fotos im „Kulinarischen Kochkalender 2010“ zusammengefasst.

Der Kalender ist gegen eine Spende von € 5,- bei Angela Huber erhältlich (Angela.Huber@roteskreuz.at) und kommt den Flüchtlingsfamilien, die im Rahmen des Projekts „Kompetenzzentrum Familienzusammenführung / Elongó“ unterstützt werden, zu Gute.



II. Suchdienst International


Deutschland: Internationales Suchdienst-Treffen in Bad Arolsen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde 1946 in der kleinen deutschen Stadt Bad Arolsen, an der geografischen Schnittstelle der damaligen Besatzungsmächte, der Internationale Suchdienst (International Tracing Service-ITS) angesiedelt. In diesem „Archiv des Grauens“ lagern über 30 Millionen personenbezogene Dokumente über zivile Verfolgte und Verschleppte im Dritten Reich, die der Klärung von Opferschicksalen dienen. 1955 wurde das IKRK aufgrund seines neutralen und unparteiischen Charakters von den Besatzungsmächten mit der Leitung des Archivs betraut, das lange Zeit für die Öffentlichkeit unzugänglich war und nur den verschiedenen Suchdiensten und persönlich Betroffenen Auskunft bei der Klärung von Schicksalen gab. Seit Ende 2007 sind die in Bad Arolsen verwahrten Dokumente auch der Allgemeinheit zu historischen Forschungszwecken zugänglich, was viele Fragen den Datenschutz betreffend aufwirft. Weiters wird sich das IKRK in den nächsten Jahren von seiner Leitungsposition zurückziehen. Um über all diese Änderungen zu informieren und Fragen und Befürchtungen der Rotkreuz-Suchdienste zu erörtern, fand Anfang April 2009 ein internationales Meeting mit VertreterInnen der Suchdienste aus 27 Nationen in Bad Arolsen statt.
Warum eine Institution wie der ITS auch 64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wichtig für die – direkt oder indirekt – Betroffenen ist, belegen Geschichten wie jene von Johann R.., der sich 2007 auf der Suche nach seinem ukrainischen Vater an den Suchdienst des ÖRK wandte. Der Vater war während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter in Oberösterreich und wusste nichts von der Schwangerschaft seiner heimlichen Beziehung zu einer Österreicherin, als er nach Deutschland abtransportiert wurde. Mit Hilfe des ITS konnte schließlich festgestellt werden, dass Hrn. R´s Vater 1987 gestorben ist. Er hat drei weitere Söhne, die in Kiew wohnen und sich auf ein Treffen mit ihrem Halbbruder Herrn R. freuen.


Dass solche Schicksale keine Einzelfälle sind, wurde auch bei dem Treffen in Bad Arolsen wieder bestätigt. In den Familien wird häufig über die Vergangenheit geschwiegen, so dass es auch Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges noch offene Fragen und Familiengeheimnisse gibt. Für das eigene Selbstverständnis ist es aber von unschätzbarem Wert, die persönliche Herkunft und Identität zu kennen.


Link zum ITS: www.its-arolsen.org

 



Gaza: IKRK fordert Gefangenenbesuche

Das IKRK unterstützt seit mehr als vier Jahrzehnten Familien aus den besetzten Gebieten West Bank, Gaza, Ost-Jerusalem und Golan dabei, den Kontakt zu Verwandten, die in israelischen Gefängnissen inhaftiert sind, aufrecht zu halten. Im Juni 2007 aber hatten die israelischen Behörden im Gaza Streifen das IKRK-Besuchsprogramm außer Kraft gesetzt. Etwa 900 Palästinenser, die in Israel inhaftiert sind, konnten mit ihren Angehörigen aus dem Gaza Streifen nicht mehr persönlich in Kontakt treten und nur mittels Rot-Kreuz-Nachrichten kommunizieren. Seit damals wurden mehr als 10.000 Rotkreuz-Nachrichten ausgetauscht. Das IKRK setzt sich vehement dafür ein, dass palästinensische Familien ihre nächsten Angehörigen in israelischen Gefängnissen wieder persönlich besuchen können. „Das ist eine humanitäre Angelegenheit von höchster Wichtigkeit.“, meint dazu Pierre Wettach, Leiter der IKRK-Delegation in Israel und den besetzten Gebieten.

Quelle: ICRC NEWS RELEASE No. 09/119 vom 10.06.2009



Philippinen: entführter IKRK Delegierter wieder in Freiheit

Eugenio Vagni wurde am 15. Jänner dieses Jahres, gemeinsam mit zwei anderen IKRK Delegierten, von bewaffneten Männern entführt. Er und seine Kollegen arbeiteten im Provinzgefängnis von Jolo an einem Projekt zur Verbesserung der Sanitäreinrichtungen und Wasserversorgung. Beim Verlassen der Einrichtung waren sie gekidnappt worden. Während seine Kollegen im April wieder frei gelassen wurden, musste Herr Vagni bis 12. Juli im Dschungel ausharren. Er kehrte wohlbehalten am 18. Juli mit seiner Familie in seine Heimatstadt in Italien zurück. Trotz dieses Vorfalls wird das IKRK auf den Philippinen präsent bleiben. Zehntausende Menschen, die von den fortwährenden Kämpfen betroffen sind, leben nach wie vor in provisorischen Camps und Auffanglagern. Für sie stellen das IKRK und das philippinische Rote Kreuz Haushaltsartikel zur Verfügung und verteilen Nahrungsmittel. Außerdem setzt sich das IKRK weiterhin dafür ein, die Bedingungen in den lokalen Gefängnissen zu verbessern.

Quellle: ICRC Feature vom 18.07.2007



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Detailinformationen zu unserer Arbeit finden Sie unter: http://suchdienst.roteskreuz.at

Rückfragen:

Österreichisches Rotes Kreuz
Internationale Beziehungen und Suchdienst
Tel.: +43/1/58900-125
Fax.: +43/1/58900-349
E-Mail: tracing@roteskreuz.at

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