Katastrophen in Asien: Ein Überblick
Ein update zu den drei akuten Katastrophensituation in Südost-Asien bzw. Pazifik und zur Hilfe der Rotkreuz- Bewegung mit Stand erster Oktober 2009 17:00 Uhr. Das ÖRK ruft weiterhin zu Spenden auf.
1.) Tsunami Samoa:
Der durch ein starkes (8.3 Richter Skala) Erdbeben am 29.9.09 190 km südwestlich von American Samoa ausgelöste Tsunami hat vor allem auf Samoa, American Samoa und Tonga schwere Schäden angerichtet. Zahlreiche Dörfer und Urlaubsresorts wurden zerstört, die Zahl der Todesopfer beträgt zur Zeit 150.
Das Samoa Red Cross hat 130 Freiwillige für die Hilfsaktionen mobilisiert. Diese verteilen vor allem Wasser und Hilfsgüter. 5 Zeltlager wurden eingerichtet, in denen Bedürftige mit dem Notwendigsten versorgt werden. Rotkreuz Assessment-Teams wurden in die schwer betroffene Gegend um Upolu entsandt. Das Gesamtausmaß der Schäden ist noch immer nicht klar, es wird jedoch mit einer weiteren Steigerung der Opferzahlen gerechnet.
Ein internationales Assessment Team vom Roten Kreuz wurde heute Nachmittag Richtung Samoa entsandt. Experten aus der Region werden die lokalen Rotkreuz-Helfer bei der Schadensevaluierung unterstützen.
2.) Taifun Ketsana:
Philippinen: Nach Angaben der Behörden sind knapp 2 Millionen Menschen vom Taifun Ketsana bzw. den Überschwemmungen in und um Manila betroffen. 246 Todesopfer, 38 Vermisste und 5 Verletzte werden zur Zeit kommuniziert. Es besteht enormer Bedarf an temporären Unterkünften, die 571 Evakuierungszentren sind überfüllt, ca. 250.000 Personen stehen zur Zeit ohne Unterkunft dar.
Das Philippinische Rote Kreuz hilft mit tausenden Freiwilligen bei der Suche nach Überlebenden, psychologischer Unterstützung, Verteilung von Hilfsgütern und Erster Hilfe. 20 Water SAR (Search and Rescue) Teams des Roten Kreuzes, Assessment-Teams und medizinisches Personal sind im Einsatz.
Die Lage bleibt insgesamt sehr angespannt, da für die kommenden Tage weitere Schlechtwetterfronten mit Regenfällen vorhergesagt sind.
Vietnam: Eine Tiefdruckfront hat bereits am 24.-26. September zu gravierenden Überflutungen in einigen Provinzen in Zentralvietnam geführt. Am Morgen des 29. September brach dann der Taifun Ketsana über Vietnam herein und hat starke Schäden angerichtet. Das Gesamtausmaß der Schäden ist noch unklar. Die Regierung spricht derzeit von offiziell 38 Todesopfer, 10 Vermissten und 81 Verletzten. 163.000 Häuser wurden beschädigt, 5.800 davon zerstört. Am stärksten sind die Provinzen Quang Nam (10.000 betroffene Häuser) und Quang Binh (4.000 Häuser) betroffen. Das Vietnamesische Rote Kreuz hat in Kooperation mit der Regierung 52.000 Personen evakuiert. Ein Großteil der vom Taifun betroffenen Regionen ist derzeit noch überflutet. Viele Flüsse sind knapp davor, über die Ufer zu treten. Zahlreiche Folgekatastrophen wie Erdrutsche, Springfluten und Wirbelwinde treten auf.
3.) Erdbeben Sumatra/Indonesien:
Zusätzlich zum gestrigen starken (7.6 Richter Skala) Erdbeben 50 km südwestlich der 900.000 Einwohner Stadt Padang auf Sumatra kam es heute in den Morgenstunden (02.52 MEZ) südöstlich der Stadt Padang zu einem schweren Nachbeben (6.6 Richter Skala). Die Schätzungen der Todesopfer schwanken zwischen 467 und 529, Tendenz stark steigend. Mehrere tausend Personen werden noch unter den Trümmern vermisst. Ersten Schätzungen zufolge sind ca. 15% der Häuser in Padang zerstört. Ein erstes Assessment des Roten Kreuzes mittels Hubschrauber hat ergeben, dass einige stark betroffene Gebiete völlig von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die Regionen Padang, Pariaman und Mentawai sind am stärksten betroffen. Hilfsgüter und Rettungstrupps kommen nur sehr langsam voran. Zwar ist der Internationale Flughafen von Padang mittlerweile wieder geöffnet, viele Straßen bzw. Brücken wurden durch das Beben jedoch zerstört. Hilfsgüterverteilungen werden durch starke Regenfälle, Feuer und zerstörte Verkehrswege stark beeinträchtigt. Rotkreuz-Mitarbeiter sprechen von den stärksten Zerstörungen in Indonesien seit 15 Jahren. Das indonesische Rote Kreuz ist mit 270 Freiwilligen und hauptamtlichen Hilfskräften vorort. 70 lokalen Rettungsteams sind im Einsatz. Vermisste werden gesucht, Schadensassessments durchgeführt, Erste Hilfe und weitere medizinische Versorgung geleistet und die Betroffenen mit Hilfsgütern versorgt.
gerechnet.
Derzeit sind noch keine internationalen Rotkreuz-Schnelleinsatztruppen für Indonesien angefordert. Diese Situation kann sich aber schnell ändern und wir halten die ÖRK Wasseraufbereitungsmodule auf standby.
Spenden: Kennwort Katastrophen in Asien auf das PSK Konto 2.345.000 oder online auf: spende.roteskreuz.at
Alle Informationen zur Situation in Asien: www.roteskreuz.at/asien
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