03.10.2009

Katastrophen in Asien - ein Update zur Situation

Aktuelle Lageinformationen aus den Katastrophengebieten. Stand, Samstag, 3. Oktober, 12:00 Uhr. Rotes Kreuz ruft weiterhin zu Spenden auf.

1.) Erdbeben Sumatra:

Der Zugang zu betroffenen Gebieten außerhalb der Stadt Padang auf Sumatra ist äußerst schwierig. Viele Dörfer können zur Zeit nur über Luftbrücken erreicht werden. Die derzeitige (unbestätigte) Zahl der Todesopfer beträgt 1100. Schadensevaluierungen des Roten Kreuzes über Helikopter zeigen, dass viele Dörfer im Gebiet Pariaman komplett zerstört sind. Neben der weitergehenden Suche nach Verschütteten haben lebensrettende Maßnahmen für die Verletzten oberste Priorität. Trinkwasser wird ebenfalls dringend benötigt, da die Versorgung durch das Erdbeben zusammengebrochen ist und viele Flüsse durch Erdrutsche verseucht sind.

Die Hilfe des Indonesischen Roten Kreuzes, unterstützt durch das Internationale Rote Kreuz (IFRC), läuft auf Hochtouren. 25 Tonnen Hilfsgüter werden verteilt, darunter Zelte, Decken, Kleidung und Lebensmittel. Eine Logistik-Schnelleinsatztruppe des Britischen Roten Kreuzes ist gestern ins betroffene Gebiet entsandt worden. 

 

Das Österreichische Rote Kreuz hat den Delegierten Valentin Seidler ins Katastrophengebiet entsandt. Seine Aufgabe ist, zu evaluieren, inwieweit die ÖRK Trinkwasseraufbereitungsanlage aus dem Jahr 2005 (Tsunami) noch einsatzbereit ist bzw. ob ÖRK Trinkwasserexperten zur Betreibung der Anlage benötigt werden.

 

Die ÖRK Trinkwasseraufbereitungsmodule befinden sich nach wie vor in Alarmbereitschaft.

 

Das Internationale Rote Kreuz (IFRC) hat bereits einen Betrag von EUR 155.000,- aus dem Katastrophenfonds DREF zur Unterstützung der Hilfsaktivitäten ausgeschüttet und wird in Kürze einen internationalen Hilfsaufruf für die Bereiche Wasser, Gesundheit und temporäre Unterkunft veröffentlichen.

 

2.) Taifun/Überschwemmungen Philippinen/Vietnam:

Der nächste Taifun Parma hat heute Samstag, 3.10.09, um 12.00 Uhr mittags, den Nordosten der Philippinen (Provinzen Aurora und Isabela) erreicht. Nach letzten Informationen hat sich der Taifun auf Kategorie 3 abgeschwächt und die Richtung leicht gegen Norden abgeändert. Schadensevaluierungsteams haben mittlerweile die Regionen III und IV erreicht. Mehr als 650.000 Personen sind nach wie vor in mehr als 500 Evakuierungszentren untergebracht. Die Ressourcen der humanitären Hilfe sind bis aufs Äußerste angespannt. Die Region Mindanao im Süden der Philippinen hat bisher noch sehr wenig Hilfe erhalten, 300.000 Personen sind dort nach wie vor obdachlos.

Das Internationale Rote Kreuz (IFRC) hat für die Philippinen einen internationalen Hilfsaufruf im Ausmaß von 2.45 Mio EUR veröffentlicht und ersucht um Unterstützung. 100.000 Personen soll in den kommenden 9 Monaten durch die Verteilung von Hilfsgütern, Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, medizinischer Versorgung, Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge geholfen werden.


IFRC hat darüber hinaus einen internationalen Hilfsaufruf für Vietnam im Ausmaß von 3.25 Mio EUR veröffentlicht. Über einen Zeitraum von 12 Monaten sollen 210.000 Personen durch die Verteilung von Lebensmitteln und sonstigen Hilfsgütern, Hilfe beim Wiederaufbau der Lebensgrundlage, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen und temporären Unterkünften unterstützt werden.

3.)Tsunami Samoa:

Das regional zusammengestellte Schadens- und Koordinations-Team (FACT) des Roten Kreuzes hat Samoa erreicht. Das Gesamtausmaß des Schadens wird immer klarer. Auf den Samoa Inseln zählt man zZt. 223 Todesopfer, 16 Personen werden noch vermisst. Am stärksten ist die Südküste der Insel Upolu betroffen, auf der 20 Dörfer komplett zerstört und 2.000 Personen obdachlos zurückgelassen wurden. Es besteht nach wie vor dringender Bedarf an Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, medizinischer Versorgung, temporärer Unterkunft, psychologischer Unterstützung, Familienzusammenführung und Unterstützung beim Wiederaufbau.

Die Hilfe des Samoa Red Cross mit Unterstützung des Internationalen Roten Kreuzes läuft auf Hochtouren. Mehr als 200 Helfer sind im Einsatz, verteilen Hilfsgüter, leisten medizinische Versorgung und errichten Lager für die Obdachlosen.

 

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