05.10.2009

Live-Bericht aus Sumatra

Der Rotkreuz-Delegierte Valentin Seidler über unter Erdmassen begrabene Dörfer und die Rotkreuz-Hilfe für Überlebende.

REUTERS/Nicky Loh

Das Rotkreuz-Netzwerk richtet seine Hilfsoperation für die Erdbebenopfer auf Sumatra nach den neuesten Zahlen aus. „Unsere Planungsgrundlage sind 200.000 zerstörte Häuser. Für hunderttausende Obdachlose läuft die Versorgung mit Hilfsgütern und die Unterbringung in temporären Camps an“, berichtet der ÖRK-Katastrophenhelfer Valentin Seidler aus Sumatra.

 

„Die schlimmsten Zerstörungen entstanden nordwestlich der Stadt Padang, in einem Umkreis von 80 Kilometern“, beziffert Valentin Seidler das Ausmaß der Katastrophe.

 

„Wir haben aus der Luft gesehen, dass dort Erdrutsche im Gefolge des Bebens ganze Dörfer begraben haben. Die Überlebenden warten dringend auf Hilfe, sie sind seit vier Tagen nicht versorgt worden, aber über den Landweg hinzukommen ist aufgrund der zerstörten Infrastruktur sehr schwierig,“ beschreibt der Rotkreuz-Helfer die Situation.

 

Das Rote Kreuz versucht Hilfsgüter und Hilfspersonal mit Flugzeugen und Hubschraubern zu den Menschen zu bringen.

 

„In den Dörfern in der Region Pariaman vermuten wir etwa 600 Tote“, sagte Rustam Pakaya vom indonesischen Gesundheitsministerium der Nachrichtenagentur Reuters. „In einem Dorf wurde ein 20 Meter hohes Minarett unter den Schlamm- und Erdmassen begraben. Wir vermuten, das ganze Dorf liegt unter einer 30 Meter dicken Erdschicht.“

 

Die Chancen, noch Überlebende zu finden, schwinden Stunde für Stunde. Die Suchhundestaffeln diverser Organisationen ziehen sich zurück. „Das Rote Kreuz konzentriert sich jetzt auf Versorgung der Erdbebenopfer“, sagt Valentin Seidler.

 

Bisher wurden 2,5 Tonnen Medikamente sowie Lebensmittel, Planen, Kleidung und Decken in Padang an die Opfer verteilt. Das Indonesische Rote Kreuz hat medizinische Teams, bestehend aus Orthopädien, praktischen Ärzten, Krankenschwestern sowie Psychologen und Trinkwasser-Spezialisten in die Region entsandt. Rund 220 freiwillige Rotkreuz-Mitarbeiter helfen bei der Vermisstensuche, Evakuierungen, medizinischer Versorgung und erheben die dringendsten Bedürfnisse.

Das Rote Kreuz bittet um Spenden

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