27.10.2009

Ein Telefon kann Wunder wirken

Nach dem Beben in Sumatra stellt das Rote Kreuz Kontakte zu vermissten Familienangehörigen her

Umi Alfiyah.

Umi Alfiyah ist eine Hoffnungsträgerin für viele Erdbebenopfer in Sumatra. Mit Handy und Satellitentelefon zieht die 25jährige Rotkreuz-Mitarbeiterin durch die Bebenregion in West-Sumatra, um vermisste Angehörige aufzuspüren.

 

Die Telefonleitungen sind vielerorts außer Betrieb und Umi Alfiyah bietet den Menschen oft die erste und einzige Möglichkeit mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten.

 

„Wir hatten etwa 200 Anrufe aus allen Teilen der Welt von Menschen, die ihre Familien in Padang und Pariaman nicht erreichen können. Sie sind in Angst, weil sie noch immer nicht wissen, was mit ihren Verwandten passiert ist und ob sie noch am Leben sind“, sagt sie.

 

Umi Alfiyahs Arbeitsplatz, die Abteilung „Wiederherstellung von Familienkontakten“, ist ein Teil der Katastrophenhilfe beim Indonesischen Roten Kreuz. Über eine Telefon-Hotline können sich Betroffene aus aller Welt an das Rote Kreuz wenden.

 

Telefonat mit dem Bruder

 

Wenn ein Anruf kommt, macht sich Alfi wie die junge Frau genannt wird, auf den Weg zu der angegebenen Adresse. „Ein Mann aus Jakarta hat uns angerufen“, erzählt sie. „Er konnte seinen Bruder in Padang City nicht erreichen. Er hatte es tagelang versucht. Wir sammelten so viele Details über seinen Aufenthaltsort wie möglich und versuchten dann das Haus des Bruders zu finden. Er war tatsächlich dort, aber konnte nicht telefonieren. Wir gaben ihm ein Handy und die zwei Brüder konnten endlich miteinander reden. Das war sehr emotional. Beide weinten. Vier Tage sind eine lange Zeit, wenn man nicht weiß, ob der Bruder noch lebt.“

 

Für das Rote Kreuz gibt es das „Recht auf Gewissheit“. Für die meisten Menschen ist die Unsicherheit das schlimmste. Überlebende einer Katastrophe können besser mit Leid und Verlust umgehen und den Wiederaufbau beginnen, wenn sie wissen, was passiert ist.

 

Unterstützung aus Österreich

 

„Wir haben nicht immer gute Nachrichten. Unsere Arbeit kann auch sehr traurig sein, viele Menschen wurden verschüttet. Andere Rotkreuz-Programme versorgen die Menschen mit Hilfsgütern und wir kümmern uns um ihre emotionalen Bedürfnisse und versuchen ihnen Gewissheit zu geben,“ sagt Umi Alfiyah.

 

Ihre Arbeit wird auch aus Österreich unterstützt. Denn Ihre Spende für die Erdbebenopfer in Sumatra fließt über das internationale Rotkreuz-Netzwerk in die Hilfsprogramme vor Ort.

 

Hier können Sie auch gleich online einen Beitrag leisten: Online-Spenden

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