„Keine Zeit, ich pflege“
Start des Netzwerks für pflegende Angehörige
Wien (Rotes Kreuz) – „Die Pflege alter, kranker oder behinderter Ehepartner, Eltern oder Kinder dauert oft viele Jahre und prägt das eigene Leben sehr. Viele der pflegenden Angehörigen überfordern sich selbst und leben gleichzeitig sozial isoliert. Oft bleiben Besuche aus, weil sich Verwandte und Freunde vor der schwierigen Situation scheuen oder die Pflegenden ohnehin nie Zeit haben“, weiß Primaria Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes. „Vorrangiges Ziel ist es, die Politik an ihre Pflicht gegenüber pflegenden Angehörigen zu erinnern. Weiters wollen wir Information, Beratung und Vernetzung bereitstellen und Anlaufstelle für alle Anliegen der Betroffenen sein.“
In Österreich werden rund 80 Prozent aller Pflegegeldbezieher überwiegend von ihren Angehörigen versorgt, rund 15 Prozent erhalten ergänzend mobile Pflege und Betreuung und etwa 20 Prozent leben in einer stationären Pflege- und Betreuungseinrichtung.
„Hunderttausende Menschen in Österreich pflegen ihre nahen Verwandten. Großartige Hilfe wird tagtäglich völlig selbstverständlich geleistet“, so Pils. Wertschätzung dafür würde in unserer Gesellschaft allerdings fehlen. „Mein Ziel ist es, pflegende Angehörige vor den Vorhang zu holen, ihre Anliegen zu formulieren und dabei insbesondere jene Gruppen zu inkludieren, die in der derzeitigen Diskussion untergehen, wie zum Beispiel Jugendliche, die ihre Eltern pflegen.“
Zuwendung, Wärme geben, für jemanden Sorge tragen sind die schönen Seite der Pflege. Damit dieses positive Erleben gewährleistet ist, braucht es Freiräume und soziale Kontakte. 70 Prozent aller pflegenden Angehörigen leiden unter der körperlichen und psychischen Belastung.
Pflege geht uns alle an, es kann jeden treffen. „Diese Plattform soll Betroffene unterstützen: wissensmäßig, imagemäßig und im gehört werden“, so Primaria Katharina Pils anlässlich der Gründungsinitiative, die am 25. November in Wien stattfand.
Die konstituierende Sitzung der Interessensvertretung ist für den 28. Jänner 2010 geplant.
Rückfragehinweis:
Mag. Petra Griessner
Presse- und Medienservice
Tel.: 01/589 00-357
Mobil: 0664/823 48 87
E-Mail: petra.griessner@roteskreuz.at
www.roteskreuz.at
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