16.12.2009

Migration News Nr. 29/09, Dezember 2009

Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK) Generalsekretariat/Abteilung Recht und Migration migration.roteskreuz.at

 

Inhalt:

 

News – National

 

1. Österreichische Integrationsfonds unterstützt bei Sprachproblemen
Ein Dolmetscherpool mit fachlich ausgebildeten Personen soll helfen.

 

2. Siebter Rechtsschutztag des Innenministeriums
"Asyl – Migration – Integration"

 

News – EU

 

3. Nicht nur lernen sondern auch üben!
Maturanten helfen um die Sprachkenntnisse von Asylanten zu verbessern

4. Minarett-Verbot schockiert Islamvertreter
Das Nein der Schweizer zum Bau von Minaretten führt zur heftiger Kritik

 

Aktivitäten des Generalsekretariats

 

5. Asylforum
Vertreter der NGOs treffen sich zum Austausch

 

6. Gurbet – In der Fremde
Filmvorführung im Generalsekretariat.

 

7. Spendenaktion für asylsberechtigte Familie
Mitarbeiter des ÖRK helfen mit!

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News – National

 

1. Österreichische Integrationsfonds unterstützt bei Sprachproblemen
Ein Dolmetscherpool mit fachlich ausgebildeten Personen soll helfen


Gerade in Institutionen, die mit Flüchtlingen oder Migranten arbeiten, kommt es immer wieder zu sprachlichen Herausforderungen. Der Österreichische Integrationsfonds will daher Organisation aktiv unterstützen und hat dazu einen Dolmetscherpool aufgebaut. In diesen Pool werden nur Personen aufgenommen, die über sehr gute Deutschkenntnisse sowie Erfahrung im Dolmetschen verfügen. In Workshops "Einführung in die Dolmetschertätigkeit" (Grundvoraussetzung für die Aufnahme in den Dolmetscherpool) werden sie zusätzlich auf diese Tätigkeit vorbereitet. Momentan werden Dolmetscher mit folgenden Sprachkenntnissen angeboten:

  • russisch
  • türkisch
  • arabisch
  • farsi/dari
  • pashtu
  • tschetschenisch
  • hindu
  • urdu
  • kurdisch
  • armenisch
  • aserbaidschanisch

 

Die Art der Bezahlung obliegt der Institution. Der ÖIF ist für die Vermittlung und die Weiterbildung der Dolmetscher zuständig und Ihre persönliche Ansprechperson.


Wenn Sie Bedarf an Dolmetschern haben, rufen Sie unter der folgenden Nummer an: 01/710 12 03 – 100 (Wien)
Für weitere Informationen besuchen sie die Homepage des ÖIF: http://www.integrationsfonds.at

 


 

2. Siebter Rechtsschutztag des Innenministeriums

"Asyl – Migration – Integration"


Wien (bmi) - "Die exzellenten Referenten und Vorträge seit 2003 zeugen von einer konstanten wissenschaftlichen Qualität", sagte Innenministerin Maria Fekter im Rahmen des Festaktes anlässlich der Eröffnung des 7. Rechtsschutztages am 18.11. der von der Rechtssektion des Innenministeriums veranstaltet wurde. "Wir sind und waren mit unseren Schwerpunkten am Rechtsschutztag immer am Puls der Zeit", betonte Fekter.

 

"Die diesjährige Enquete steht unter dem Zeichen von gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, die Asyl, Migration und Integration mit sich bringen", sagte Fekter. "Änderungen im Fremdenrecht und der Stand der Diskussionen auf nationaler und internationaler Ebene sollen mit der diesjährigen Veranstaltung einem breiten Informations- und Meinungsaustausch zugeführt werden."

 

Die Innenministerin betonte, dass ein geordnetes Fremdenrecht nur dann human und gerecht gestaltet ist, wenn drei Grundsätze als Konsens außer Streit gestellt sind. "Erstens ist das Recht auf Asyl unantastbar, zweitens müssen wir den Asylmissbrauch effizient bekämpfen und drittens müssen die Gesetze des Rechtsstaats vollzogen werden." Fekter sagte, dass klare Regeln gefragt sind, die Recht und Ordnung verlässlich sichern. Ihre Vorschläge für ein geordnetes Fremdenrecht sind human und gerecht gestaltet.

 

Fekter erklärte, dass es besonders wichtig ist die Hintertür für Schlepper und Kriminelle zu schließen, damit die Vordertür für verfolgte und bedrohe Flüchtlinge offen ist. "Genau dieses Ziel ist mit meinen Vorschlägen verbunden. Sie bedeuten rasche Entscheidungen bei Asylverfahren und daher raschen, sicheren Schutz für Verfolgte. Sie werden dem Missbrauch einen Riegel vorschieben und konsequente Abschiebungen sichern. Und sie gewährleisten, dass Aufenthaltstitel für Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen zuwandern wollen, nur im Interesse Österreichs erteilt werden."

 

Prof. Dr. Kay Hailbronner vom Forschungszentrum für internationales und europäisches Ausländer- und Asylrecht der Universität Konstanz, wird der Frage auf den Grund gehen, ob Europa über eine gemeinsame Migrations- und Asylpolitik verfügt. Hon.-Prof. Dr. Kurt Heller vom Verfassungsgerichtshof nimmt eine erste Bewertung des neuen Asylsystems vor. Er stellte die Erneuerung der Gesetze in Frage, Sie würden das eigentliche Problem nicht verbessern sondern eher verschlechtern, da das einreichen eines neuen Gesetztes sehr viel Arbeit mit sich bringt. Er vertritt die Meinung von Fekter, dass gegen Kriminelle vorzugehen ist, doch sagt er auch dass man Wirtschaftsflüchtlinge nicht mit Asylsuchende gleichsetzen dürfe, was oft so gesehen wird, und das gerecht dann hart vorgeht.

 

Univ.-Prof. Dr. Gudrun Biffl, Leiterin des Departments Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems, geht in Ihrem Referat der Frage nach, ob ein "bedarfsgerechtes Zuwanderungsmodell" existiert. Direktor Mag. Wolfgang Taucher, Leiter des Bundesasylamts, berichtet über die Arbeit seiner Behörde und die Abwicklung der Asylverfahren. Der Vizepräsident des Verwaltungsgerichtshofes, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Thienel, referiert über die Integration als Querschnittsmaterie und die damit verbundenen, vielfältigen Kompetenzen. Prof. Dr. Mathias Rohe von der Universität Erlangen spricht über "Islam und Integration – Stand, Probleme Chancen".

 

Informationen: http://www.bmi.gv.at
Quelle: http://www.oe-journal.at

 


 

News – EU

 

3. Nicht nur lernen sondern auch üben!
Maturanten helfen um die Sprachkenntnisse von Asylverbern zu verbessern

 

Im Rahmen einer Maturaarbeit haben sich Schüler der Gymnasien Aarau und Baden mit den Sprachschwierigkeiten von Asylsuchern aus Eritrea und Äthiopien befasst. Alina Giger und Tesfamichael Teklamariam haben ein Sprachprogramm „Tigrigna-Deutsch“ in Form eines Hörbuches entwickelt. Dieses soll den Menschen eine Möglichkeit bieten, neben den Deutschkursen, ihre Sprachkenntnisse selbstständig zu verbessern. So soll das gelernte durch Sprechen und Hören im Alltag angewendet werden können.

 

Zu finden ist das Hörbuch im Internet unter www.tigrigna-german.ch, von wo es auch gratis heruntergeladen werden kann.

 


 

4. Minarett-Verbot schockiert Islamvertreter
Das Nein der Schweizer zum Bau von Minaretten führt zur heftiger Kritik in der islamischen Welt


Das Volk hat entschieden: Nein zum Bau von Minaretten. Die Schweizer hatten die Anti-Minarett-Initiative von zwei rechtspopulistischen Parteien am Sonntag den 29. Nov. 2009 mit mehr als 57 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Das hat weltweit Mahnungen zur Achtung der Religionsfreiheit ausgelöst. Die OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) nannte das Votum „enttäuschend und beunruhigend“! Doch gehen die Meinungen auch auseinander, so sehen viele rechtsextreme Parteien das Ergebnis der Wahl als positiv an. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hingegen forderte nach dem Minarett-Votum der Schweizer eine ähnliche Abstimmung in seinem Land. "Was in der Schweiz möglich ist, kann auch hier stattfinden", hieß es auf der Internetseite seiner Partei für die Freiheit (PVV). Auch die rechtsextreme französische Partei Front National (FN) begrüßte den Ausgang des Volksentscheids. Auch die Franzosen müssten die Möglichkeit bekommen, in lokalen Abstimmungen ihre Meinung zu Moscheebauten zu äußern. Mit Genugtuung reagierten auch Österreichs Populisten auf das Bau-Verbot im Nachbarland.

 

Die Vereinten Nationen hingegen kündigten an, die Rechtmäßigkeit des Schweizer Verbots zu prüfen. Experten untersuchten, ob das Verbot mit internationalem Recht vereinbar sei, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf.

 


 

Aktivitäten des Generalsekretariats

 

5. Asylforum in Tullnerbach
Vertreter der NGOs treffen sich zum Austausch

 

Zahlreiche Vertreter der humanitären Organisation trafen sich heuer zum Asylforum vom 4. bis 6. November in Tullnerbach. Das Forum wurde mit den Vorträgen und Diskussionen von Karl Kopp, Europareferent des pro asyl, zum Thema "Aktuelle Entwicklungen in der EU bei der Realisierung des Raums der Freiheit, Sicherheit und des Rechts" und von Bernhard Schneider und Claudia Schmidt (ÖRK und Caritas) mit dem Bericht über die Lage der Asylwerber in Griechenland eröffnet.

Am Folgenden Tag fanden Vorträge über die Entscheidungspraxis aus Sicht des Asylgerichtshofes und die Beschwerden beim Asylgerichtshof statt. Am Nachmittag und Folgetag wurden zahlreiche Workshops angeboten, welche sich mit den Problematiken des Asylsystems in Österreich und europaweit auseinandersetzten. Das Asylforum endete mit der Podiumsdiskussion zum Thema "Einflussnahme auf die Entwicklungen in der europäischen Flüchtlingspolitik" zu der die Nationalratsabgeordnete , Alev Korun, geladen war und welche die Position der Grünen im Hinblick auf die aktuelle Lage vertrat.

 


 

6. Gurbet – In der Fremde
Filmvorführung im Generalsekretariat.

 

Am Donnerstag den 3. Dezember haben sich Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes zusammengefunden um den neuen Film von Kenan Kilic zu sehen. Gurbet – in der Fremde erzählt die Geschichte der sog. "Gastarbeitern" aus der Türkei, die vor über 30 Jahren nach Österreich kamen. Ihre Ankunft in Österreich, die Probleme und Herausforderungen eines Lebens in einem europäischen Land und nun das nahende Pensionsalter werden sehr bildhaft dargestellt. Um 17:00 fanden sich die Besucher in der extra für die Vorführung umgebaute Kantine zusammen und schauten sich den Film an. Anschließend wurde noch zu einem gemeinsamen Ausklang mit kleinen Snacks eingeladen um das gesehene zu besprechen. Der Film fand guten Anklang und regte einige Mitarbeiter an, über das im Film gezeigte Problem nachzudenken.

 


 

7. Spendenaktion für Asylsuchende
Mitarbeiter des ÖRK helfen mit!

 

Nach einem Spendenaufruf für eine Flüchtlingsfamilie, in dem lediglich nach einem Kühlschrank gesucht wurde, wurde die Abteilung Recht und Migration von vielen hilfsbereiten Mitarbeitern überrascht. So wurden neben Kühlschränken auch zahlreiche andere Möbel angeboten. Bei der Familie handelt es sich um eine Frau mit vier Kindern aus Tschetschenien, die in einer Startwohnung des Roten Kreuzes wohnen. Wir möchten uns dafür herzlich bei allen Beteiligten bedanken! Bleibt nur zu sagen: “Aus Liebe zum Menschen“.

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