Zwei Babys im Rotkreuz-Feldspital geboren
Der schönste Beweis, dass das Leben in Port-au-Prince weitergeht: Im Rotkreuz-Feldspital sind gestern zwei Kinder auf die Welt gekommen.
Die beiden Babys - ein Junge und ein Mädchen - und ihre Mütter sind wohlauf. Die zwei kamen etwa 90 Minuten nach dem gestrigen schweren Nachbeben zur Welt.
"Ein Kind mussten wir per Kaiserschnitt holen, das andere war eine spontane Geburt", berichtet Arthur Halvorsen, der Anästhesist des Norwegischen Feldspitals. Das Rotkreuz-Spital hat erst vor zwei Tagen seinen Betrieb aufgenommen.
Die meisten Eingriffe sind für das Ärzte-Team des Norwegischen Roten Kreuzes weniger erfreulich: "Die meisten Menschen, die zu uns kommen, müssen eine Amputation hinter sich bringen, weil ihre Wunden so infiziert sind," erklärt der Chirurg Brynjulf Ystgaard. "Das ist immer eine schwere Entscheidung und besonders schlimm in einem armen Land wie Haiti."
Mehr Bilder dazu finden Sie in der Fotogalerie. Video (engl.) zur Geburt im Feldspital.
In dem 70-Betten-Krankenhaus können bis zu 200 Patienten täglich behandelt werden. Das 20-köpfige Personal kommt aus Kanada, Norwegen und Israel. Das Spital verfügt über zwei Operations-Säle, eine Mutter-Kind-Station und eine post-operative Station.
Nothilfe: Medizin und Wasser
Die medizinische Notfallversorgung ist auch ausserhalb des Feldspitals eine Top-Priorität der Rotkreuz-Arbeit. Mittlerweile sind auch zwei mobile Kliniken in Port-au-Prince im Einsatz. Zusammen mit Gesundheitsstationen versorgen sie etwa 30.000 Menschen.
Die Trinkwasser-Produktion steigt täglich: Die Rotkreuz-Teams erzeugen täglich eine halbe Million Liter sauberes Trinkwasser.
Inzwischen sind 12 Rotkreuz-Schnelleinsatz-Teams aus aller Welt in Haiti im Einsatz. Sieben weitere sind noch unterwegs. Damit ist der Einsatz für die Menschen in Haiti der größte in der Geschichte des Rotkreuz-Netzwerkes.

