Haiti: Ein guter Tag in Port-au-Prince
Inmitten der Zerstörung arbeiten Rot Kreuz- und Rot Halbmondteams aus 22 Ländern rund um die Uhr um den Menschen in Haiti zu helfen. In den zwei Wochen seit dem sich die Katastrophe ereignete, baute das Internationale Rote Kreuz mobile Kliniken und Feldkrankenhäuser um medizinische Hilfe für 250,000 Menschen bereitzustellen. Eine Zahl die bald auf rund 340 000 steigen wird.
„Heute war ein großartiger Tag“, Krankenschwester Sarah Bon lachte, als sie aus dem weißen Rotkreuz-Landcruiser stieg. Sarah ist ein Teil eines mobilen Gesundheitsteams, welches aus einem Doktor und zwei Krankenschwestern besteht. Diese Teams besuchen Parks, Schulen und andere Orte, wo sich sehr viele obdachlose Haitianer sammeln.
Sie öffnen die Rückklappen ihrer Autos und beginnen die Menschen vor Ort zu behandeln, sie wechseln Verbände, behandeln Durchfall und pflegen kleinere Verletzungen.
„Es ist großartig den ganzen Tag draußen zu sein und wirklich etwas zu erreichen“ so Sarah weiter.
Erforderlich zum Überleben
Eine große Zahl an Menschen mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen, die durch das Erdbeben alles verloren haben, wirft auch viele Fragen auf: Wird dort Gewalt herrschen? Wie verteilt man 100,000 Liter Wasser in einer fairen und organisierten Art und Weise und wie priorisiert man dabei die sozial Schwächsten?
„Alles verläuft sehr diszipliniert“, so Sarah, „die Menschen warten gelassen. Ich bin wirklich beeindruckt wie gut organisiert die improvisierten Lager sind“.
„Gestern waren wir in einem Lager mit rund 1,500 Menschen. Wir haben mit einem Vertreter aus dem Lager besprochen, was gebraucht wird. Danach erklärte er der Gemeinschaft wer wir sind und was wir tun. Heute sind wir zurückgekommen und haben sie behandelt.“
Gute Erfahrung
Sarah hatte eine weitere sehr gute Erfahrung an diesen Tag gemacht. Ihr war es möglich, eine verschwundene deutsche Ärztin zu finden, die vor dem Erdbeben in Haiti lebte. Mit Hilfe des Rotkreuz-Suchdienstes wurde ein Suchauftrag an alle Hilfsorganisationen in der Stadt weitergegeben.
"Wir haben Sie gefunden" – sie lebt in einem der Lager und behandelt rund um die Uhr Erdbebenopfer. Sie ist am Leben und ihr geht es gut" lächelte Sarah.
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