03.02.2010

Die schwerste Last tragen die pflegenden Angehörigen

Birgit Meinhard-Schiebel, die zukünftige Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger über die Aufgaben des geplanten Vereins.

 

Gleich, ob sie schleichend im Lauf der Jahre oder blitzartig auftritt: Die Pflege und Betreuung von kranken Angehörigen gehört auf der Streßskala zu den höchstrangigen Belastungen.

 

Neben den eigenen Gefühlen, die mit dem erkrankten oder betroffenen Menschen verbunden sind, kommen zahllose Fragen auf die Betreuenden zu.

 

Fragen nach professioneller Hilfe, Fragen nach der besten Art der Unterbringung, nach der Lösung finanzieller Probleme sowie ein Strom von Unsicherheiten, was tatsächlich für alle Betroffenen die beste Lösung wäre.

 

Die Zahl der pflegenden Angehörigen steigt ständig. Neue Konzepte der Pflege und Betreuung sind oft genug ein Hinterherlaufen gegenüber der Menge der Betroffenen.

 

Auf Seiten der pflegenden Angehörigen fehlt es immer noch an einigem. An Wissen über Informationsquellen, an Wissen über Hilfen zur Pflege und Betreuung, an Wissen über Entlastungsmöglichkeiten. Und vor allem an Wissen, wer ihre Interessen öffentlich vertritt, für sie eintritt, sie und ihre Angehörigen schützt und durch die schweren Zeiten hindurch begleitet.

 

Die auf Initiative des Österreichischen Roten Kreuzes gegründete Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger hat in einer Vorkonferenz die Weichen gestellt, Bedürfnisse und Bedarf erhoben und daraus einen Aufgabenkatalog erstellt.

 

Probleme öffentlich machen

 

Die Interessengemeinschaft wird sich österreichweit für die Interessen der Angehörigen, die ihrer Familienmitglieder/FreundInnen daheim oder in einer stationären Einrichtung, aber auch für alle anderen dabei involvierten Personen einsetzen.

 

Persönliche Anliegen und Probleme öffentlich machen, Informationspools schaffen, für rechtsrelevante Verbesserungen und Neuerungen eintreten, Berufsgruppen und pflegende Angehörige zusammenbringen, das alles und mehr sind Teile der Aufgaben der Interessengemeinschaft.

 

Eine der wichtigsten Aufgaben aber ist es, pflegende Angehörige selbst dazu zu befähigen, sich als anerkannte und in jedem Fall eingebundene und rechtlich geschützte Persönlichkeiten zu sehen.

 

Ohne ihre freiwillige, oft über alle Grenzen gehende und gesellschaftlich wenig erkannte und anerkannte Arbeit, die in keinem Arbeitszeitgesetz ihren Rahmen findet, die nicht weiß, wie und zu welchem Zeitpunkt ihre Arbeit zu Ende geht, wäre heute Pflege und Betreuung bereits zu einer unbewältigbaren Aufgabe im Gesundheitswesen geworden.

 

Die Interessengemeinschaft pflgender Angehörifer will als starke Interessensvertretung an genau diesen Punkten ansetzen und arbeiten.

 

Vorläufige Beitrittserklärungen finden Sie hier zum Herunterladen und Ausfüllen:

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