10.03.2010

Nigeria: Rotes Kreuz hilft Gewaltopfern in Jos

Genf/Abuja (IKRK) – Im Anschluss an die gewalttätigen Angriffe vom letzten Sonntag südlich von Jos (Nord-Nigeria) verteilen das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das Nigerianische Rote Kreuz Nahrungsmittel und Wasser an etwa 5'000 Binnenvertriebene, die sich in verschiedenen Polizeistationen der Region in Sicherheit gebracht haben, und an etwa 300 Gefangene.

 

Weitere 3'000 Menschen aus Jos haben in Lagern in der angrenzenden Provinz Bauchi Zuflucht gesucht. Dort hatten sich bereits zuvor schon etwa 3'800 Menschen angesammelt, die vor den gewalttätigen Zusammenstössen im Januar geflüchtet waren. Freiwillige des Nigerianischen Roten Kreuzes registrieren derzeit die in Bauchi neu angekommenen Vertriebenen und überwachen ihre Lage in Koordination mit der National Emergency Management Agency (Nationale Stelle für das Management von Notsituationen).

 

Das IKRK ermittelt gemeinsam mit dem Nigerianischen Roten Kreuz die Bedürfnisse der von den Zusammenstössen betroffenen Menschen. Bislang wurden etwa 50 Menschen als vermisst gemeldet. Ein Rotkreuz-Team sammelt Namen und Fotos, um die Vermissten zu finden und sie wieder mit ihren Familien zusammenzuführen.

 

Laut Schätzungen der Regierung haben die gewalttätigen Angriffe in fünf Dörfern 30 Kilometer südlich von Jos in der Provinz Plateau Hunderte von Toten gefordert und Tausende dazu gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen. Freiwillige des Nigerianischen Roten Kreuzes haben 28 Verletzte in das Universitätsspital Jos evakuiert und 137 verletzten Gefangenen im Polizeihauptquartier der Stadt Erste Hilfe geleistet.

 

Das IKRK arbeitet schon seit mehreren Jahren eng mit dem Nigerianischen Roten Kreuz zusammen. Es unterstützt beispielsweise die Förderung seiner Einsatzmöglichkeiten in Notsituationen aller Art, einschliesslich gewalttätiger Zusammenstösse.

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