19.07.2010 11:22

HIV/Aids: Rotes Kreuz hilft 22 Millionen Menschen weltweit

Aids stellt trotz vieler Fortschritte noch immer eine weltweite Bedrohung dar. In Wien findet bis 23. Juli die 18. Internationale Aids Konferenz statt, an der sich die Rotkreuz-Bewegung maßgeblich beteiligt.

HIV/Aids: Rotes Kreuz hilft 22 Millionen Menschen weltweit

Das Rote Kreuz setzt in seinen weltweiten HIV/Aids-Programmen auf Linderung für die Betroffenen und die Bekämpfung der pandemischen Ausbreitung. Die Aufklärungs- und Präventionsarbeit mit Jugendlichen sowie die Anti-Diskriminierung bilden bereits seit den 90er-Jahren einen Schwerpunkt in der internationalen Rotkreuz-Arbeit.

 

Besonders gefährlich für die Ausbreitung von HIV/Aids ist die Kombination aus gesellschaftlicher Ausgrenzung, Armut und schlechter medizinischer Versorgung. In diesem Umfeld müssen Hilfsprogramme ansetzen, auch um die weitere Ausbreitung von HIV/Aids zu unterbinden. 

 

Hilfe für die Verletzlichsten

 

In Ländern wie der Ukraine und Weißrussland zählen Drogenkonsumenten zu dieser Risikogruppe. "Das ist eine besonders verletzliche Gruppe am Rande der Gesellschaft, denen wir in ganz Europa mit erfolgreichen Programmen helfen, die Auswirkungen zu lindern", erklärt der österreichische Rotkreuz-Arzt Stefan Seebacher.

 

"Das Rote Kreuz heißt den Gebrauch von Drogen nicht gut. Aber indem wir Abhängigen saubere Spritzen und Nadeln und psychosoziale Unterstützung anbieten sowie permanente Aufklärungsarbeit leisten, helfen wir Menschen, die sich sonst nirgendwo hin wenden können," sagt Seebacher.

 

Berichte über diese Art der Rotkreuz-Arbeit in der Ukraine und Weißrussland lesen Sie hier.

 

An der 18. Internationalen Aids-Konferenz, die bis 23. Juli in Wien statt findet, nehmen Rotkreuz-Vertreter aus 36 Ländern sowie die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften teil.

 

Das Rote Kreuz engagiert sich seit dem Jahr 2001 in einem weltweiten Programm gegen HIV/Aids. Ín der "Globalen HIV Allianz" haben sich inzwischen 56 nationale Rotkreuz-Gesellschaften, darunter auch das ÖRK, zusammen geschlossen.

 

Die Partnergesellschaften haben mehr als 22 Millionen Menschen mit ihrer Aufklärungsarbeit erreicht und 132.000 Menschen mit HIV Virus sowie  128.000 AIDS Waisen aktiv unterstützt. 27,4 Millionen Stunden Freiwilligenarbeit jährlich werden in der globalen Allianz geleistet.

 

Neben diesen Erfolgen wurde ein Hilfsfonds – der Masambo Fond - für Freiwillige und Mitarbeiter der Rotkreuz-Bewegung gegründet, die mit HIV/Aids infiziert sind.

 

Weniger Mittel durch Finanzkrise

 

Die globale Finanzkrise trifft auch den Kampf gegen HIV/Aids. "In den vergangenen Monaten mussten wir einem deutlichen Einbruch der verfügbaren Mittel für die verschiedenen HIV/AIDs Programme hinnehmen", erklärt Dr. Stefan Seebacher. "Es ist zu früh, um dies mit konkreten Leistungszahlen zu belegen, aber es gibt Befürchtungen, dass deutlich weniger Bedürfnisse abgedeckt werden können und es zu einer Verschlimmerung der Auswirkung der Epidemie kommen wird."  

 

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