Zuwanderung ist kein Allheilmittel
Rotes Kreuz begrüßt Vorstoß für qualifizierte Zuwanderung, warnt vor „unwirksamen Einzelmaßnahmen“
Wien (Rotes Kreuz) - „Wir sind erfreut, dass eine langjährige Forderung der Migrations- und Integrationscharta des Österreichischen Roten Kreuzes eine breitere politische Basis findet,“ kommentiert Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, den Vorstoß der Bundesregierung zu mehr qualifizierter Zuwanderung. „Die Debatte ist außerdem wichtig, damit Zuwanderung nicht ständig als Bedrohung erlebt und Zuwanderer nicht bloß als Sicherheitsrisiko angesehen werden“, so Kerschbaum weiter.
Gleichzeitig warnt der Rotkreuz-Generalsekretär vor unwirksamen Einzelmaßnahmen. „5000 Zuwanderer pro Jahr lösen keine Probleme“, sagt Kerschbaum. „Um die Wirtschaftsleistung aufrecht und die Sozialsysteme tragfähig zu halten, ist ein Maßnahmen-Mix nötig.“ Damit das Verhältnis zwischen erwerbstätigen Steuer- und Beitragszahlern in die Sozialsysteme und Leistungsbeziehern aus diesen Systemen im Gleichgewicht bleibt, müsse zusätzlich zur Zuwanderung die Frauenerwerbsquote an jene der Männer und das effektive Pensionseintrittsalter an das gesetzliche angenähert werden. „Wegen der steigenden Lebenserwartung wäre trotzdem niemand kürzer in Pension“, so der stellvertretende Generalsekretär.
Die Herausforderungen dabei: „Ein Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer ist nicht in Sicht, und auch bei der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist noch einiges zu tun.“ Aus diesem Grund wäre neben der Zuwanderungspolitik auch die Wirtschafts- und Familienpolitik gefordert, nicht zu vergessen die Bildungspolitik: „Qualifizierte Menschen sind produktiver und weniger oft arbeitslos“, sagt Kerschbaum. „Das gilt für Zuwanderer genauso wie für die einheimische Bevölkerung.“
„In unserem Simulationsprojekt future.monitor, durchgeführt mit dem Demografen Wolfgang Lutz und der Industriellenvereinigung, spielen wir verschiedene Zukunftsszenarien in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit und Migration durch“, sagt Kerschbaum. Der future.monitor zeige dabei ganz klar, welche Maßnahmen zu treffen wären, um Wirtschaftsleistung und Sozialsysteme auch künftig zu erhalten. „Qualifizierte Zuwanderung ist dabei eine der Maßnahmen“, so Kerschbaum. „Ein Allheilmittel ist sie nicht.“
Weitere Informationen: www.futuremonitor.at
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Mag. Thomas Marecek
Österreichisches Rotes Kreuz
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