03.08.2010 09:56

Pakistan: Ganze Dörfer von den Fluten weggespült

Der ÖRK-Delegierte Dirk Schrader über die dramatische Situation im Nordwesten Pakistans und die Hilfsaktivitäten des Roten Kreuzes.

Pakistan: Ganze Dörfer von den Fluten weggespült

„Die Situation im Norden ist dramatisch“, berichtet der ÖRK-Delegierte Dirk Schrader aus Pakistan. „In den vergangenen Tagen hat es quasi permanent geregnet, was zu katastrophalen Überflutungen geführt hat. Straßen und Brücken sind überflutet und unpassierbar, Spitäler und Schulen sind zerstört, die Stromversorgung ist teilweise ausgefallen. Teilweise sind Dörfer in Khyber Pakhtunkhwa nicht erreichbar.“

 

In den am schlimmsten betroffenen Regionen Khyber Pakhtunkhwa, Balochistan, Kaschmir, Gilgit-Baltistan und Punjab sind ganze Dörfer von den Fluten weggespült worden, etwa 100.000 Haushalte brauchen dringend Unterstützung. Nach offiziellen Angaben haben die Überflutungen über 1.100 Menschenleben gefordert. Bis zu 2,5 Millionen Menschen im ganzen Land sind davon betroffen.

 

Tausende Menschen haben alles verloren. Häuser, Tiere, Arbeitsgeräte wurden einfach weggeschwemmt. Pflanzen und Felder stehen unter Wasser. „Naturkatastrophen sind in Pakistan leider nichts Neues“, sagt Dirk Schrader, der schon vor den aktuellen Ereignissen vom ÖRK in den pakistanischen Teil Kaschmirs entsendet wurde, um dort Programme zur Katastrophenvorsorge zu entwickeln. „Aber diese Überflutungen haben eine neue Dimension. Weil so viele Menschen alles verloren haben, genügt es nicht nur Lebensmittel zu verteilen. Die Menschen brauchen auch Kochmöglichkeiten wie Öfen und Brennholz.“

 

Die Rotkreuz-Bewegung hat gestern einen ersten Hilfsaufruf in Höhe von 12,5 Millionen Euro herausgegeben. Mit den Mitteln sollen Soforthilfe-Aktivitäten finanziert werden, die 25.000 Familien (etwa 175.000 Menschen) in den am schlimmsten betroffenen Regionen erreichen.

 

Vor Ort verteilt der Pakistanische Rote Halbmond inzwischen seit über zehn Tagen Nahrungsmittel, Zelte, Planen, Decken und Kochöfen.

 

„Überschwemmungen bergen durch die Verschmutzung von Trinkwasser immer auch ein hohes Gesundheitsrisiko“, erklärt Dirk Schrader. „Tausende Menschen sind obdachlos und leben in miserablen Verhältnissen. Sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen gehörten zu den Prioritäten, um eine Gesundheitskatastrophe zu vermeiden.“

 

Bitte helfen Sie! Sie können die Katastrophenhelfer in Pakistan mit einer Spende an das Rote Kreuz unterstützen.

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