25.09.2010

„NACHBAR IN NOT": Bisher 5,3 Mio. Euro für Flutopfer in Pakistan gesammelt

Fünf Wochen nach Start der Hilfsaktion informieren ORF und „Nachbar in Not“ über den Verlauf der Hilfe für die Flutopfer in Pakistan

Am 18. August 2010 haben ORF und „Nachbar in Not“ die Spendenplattform zu Gunsten der „Nachbar in Not“-Pakistanhilfe aktiviert. Es war dies bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate – nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti am 12. Jänner des Jahres – dass „Nachbar in Not“ aktiv wurde. In einem Pressegespräch, das heute, am 24. September 2010, im ORF-Zentrum stattfand, informierten Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting, gemeinsam mit Christoph Petrik-Schweifer, „Nachbar in Not“-Vorstandsvorsitzender und Auslandshilfechef der Caritas Österreich, sowie den Vorständen Michael Opriesnig, Leiter Kommunikation und Marketing des Österreichischen Roten Kreuzes, und Dagmar Lassmann, Leiterin der Katastrophenhilfe der Diakonie Österreich, über die bisher geleistete Hilfe und langfristige Projekte.

 

5,3 Millionen Euro sind innerhalb von fünf Wochen von den Österreicherinnen und Österreichern gespendet worden. Rund 4 Millionen Euro davon werden bereits in konkreten Nothilfemaßnahmen der „Nachbar in Not“-Organisationen – Lebensmittel, sauberes Trinkwasser, Hygiene-, Küchen- und Werkzeugsets, medizinische Versorgung, temporäre Unterkünfte – umgesetzt bzw. dienen der Finanzierung längerfristig laufender Projekte wie der Sicherung der Lebensgrundlagen und Häuser, der Basisgesundheitsversorgung, Rehabilitationsmaßnahmen und dem Aufbau provisorischer Schulen. Knapp 200.000 Menschen, die durch die Überschwemmungen alles verloren haben, werden derzeit durch die „Nachbar in Not“-Hilfe erreicht.

Sissy Mayerhoffer: „Hinter unfassbaren Zahlen stehen einzelne Schicksale“

 

„Der jährliche Monsunregen in Pakistan hat heuer zu einer der schlimmsten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte in diesem Land geführt. 20 Millionen Menschen sind betroffen, sechs Millionen davon brauchen fremde Hilfe, um überleben zu können. Da stellt sich die Frage, was kann Österreich, was kann eine Spendeninitiative dazu beitragen, um diesen humanitären Super-Gau zu lindern? Die Antwort auf diese Frage haben wir wieder einmal in Form vieler Spenden bekommen: ,Nachbar in Not‘ ist eine Hilfsplattform von Mensch zu Mensch – jeder kann dazu beitragen ein Zeichen der Solidarität zu setzen und Hilfe zu ermöglichen. Hinter unfassbaren Zahlen stehen Millionen konkrete Einzelschicksale – und jedes Lebensmittelpaket, jede medizinische Maßnahme, jeder Wasserkanister hilft einem verzweifelten Menschen.“, sagt Sissy Mayerhoffer, ORF-Koordinatorin der „Nachbar in Not“-Hilfe.

Christoph Petrik-Schweifer: „Hilfe zur Selbsthilfe ist wichtig für die Würde der Menschen“

„Nach dem Erdbeben in Haiti sind die ,Nachbar in Not‘-Organisationen – Arbeitersamariterbund, CARE, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Volkshilfe – in Pakistan heuer zum zweiten Mal auf den Plan getreten. Gemeinsam konnten wir bereits hunderttausende Menschen mit Hilfspaketen versorgen. Es bleibt freilich noch viel zu tun! Ein Fünftel des Landes ist von den Überschwemmungen betroffen, Ernte und Saatgut sind vernichtet. Wenn die Wiederherstellung der Landwirtschaft nicht gelingt, werden wir nächstes Jahr ein großes Hungerproblem haben. Die Menschen in Pakistan sind auch stolze Menschen, die nicht dauerhaft auf Hilfslieferungen angewiesen sein wollen. Hilfe zur Selbsthilfe, ,Cash for Work‘-Programme sind auch wichtig für die Würde der Menschen.“ betont „Nachbar in Not“-Vorstandsvorsitzender, Christoph Petrik-Schweifer von der Caritas, die mit Mitteln aus „Nachbar in Not“ beispielsweise 4.850 Menschen in der Provinz Sindh für 12 Monate bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und Häuser unterstützt.

Michael Opriesnig: „Die internationale und österreichische Hilfsgemeinschaft ist aufgefordert, auch beim Wiederaufbau zu helfen“

Das Österreichische Rote Kreuz kann mit Hilfe der Spenden für „Nachbar in Not“ mehr als 100.000 Menschen in Punjab, Sindh, Kashmir und weiteren betroffenen Regionen für die Dauer von neun Monaten mit Nahrungsmitteln, Küchensets, Hygienepaketen, Material für Notunterkünfte und Trinkwasseraufbereitung versorgen. „Nachbar in Not“-Vorstand Michael Opriesnig vom Roten Kreuz betont: „Die Phase der Nothilfe wird noch Monate dauern, denn die Menschen haben alles verloren und kein Dach über dem Kopf. Zwei Millionen Häuser sind zerstört, allein das zeigt das Ausmaß der Katastrophe. Pakistan wird den Wiederaufbau aus eigener Kraft nicht bewältigen können – die internationale und auch österreichische Hilfsgemeinschaft ist aufgefordert, diesen Menschen bei der Wiedererlangung ihrer Lebensgrundlagen beizustehen.“

Dagmar Lassmann: „ Niemand darf aus dem Fokus fallen – wir schauen auch hin bei schwachen Menschen“

Die Diakonie Österreich versorgt derzeit 4.650 Menschen in der Region Azad Jammu und Kashmir mit Spendengeld aus „Nachbar in Not“ durch Hilfsgüterverteilungen. Ein weiterer Schwerpunkt der Diakonie Österreich wird im Rahmen von „Nachbar in Not“ im Aufbau von provisorischen Schulen in den Destrikten Nowshera, Charsadda, Swat und Shangla liegen. Die Diakonie möchte 50 Übergangsschulen errichten, Schulmaterialien und -uniformen verteilen und die Eltern ermutigen, ihren Kindern Bildung zu ermöglichen.

Dagmar Lassmann, ebenfalls im „Nachbar in Not“-Vorstand und Leiterin der Diakonie-Katastrophenhilfe, unterstreicht: „Die Verlässlichkeit der ,Nachbar in Not‘-Organisationen hat auch damit zu tun, dass wir schon seit einigen Jahren im Land tätig sind und daher auf funktionierenden Strukturen aufbauen können. Viele Menschen haben es schon vor der Flut schwer gehabt. Die ,Nachbar in Not‘-Organisationen kennen die Probleme und wir garantieren, dass niemand aus dem Fokus verschwindet. Wir schauen auch hin bei Kindern, Frauen, alten, behinderten und schwachen Menschen.“

Dank an Spender und Partner

 

„Nachbar in Not“-Vorstandsvorsitzender Petrik-Schweifer betonte abschließend: „Danke allen Spender/innen, den heimischen Medien, allen voran dem ORF, und danke den ,Nachbar in Not‘-Organisationen für diese Kooperation der Mitmenschlichkeit.“

Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting unterstrich die Professionalität und den persönlichen Einsatz alle Beteiligten und dankte auch der TELEKOM AUSTRIA, „die stets ein verlässlicher Partner ist, wenn es um die Unterstützung von Spendenaktionen geht“ sowie dem TEAM ÖSTERREICH, einer Initiative von Hitradio Ö3 und dem österreichischen Roten Kreuz, „die innerhalb kürzester Zeit 250 Mitglieder alarmiert haben, um an den Spendentelefonen zu helfen.“

Allein der „ORF Thementag für Pakistan“ am 24. August erreichte mit allen Fernsehbeiträgen 2,5 Millionen Menschen, das sind 35 Prozent der österreichischen Bevölkerung in TV-Haushalten (Erwachsene 12+). Durch die konzertierte Hilfsaktion „Nachbar in Not“ konnte die Spendenbereitschaft in Österreich deutlich erhöht und viele Kooperationen ermöglicht werden: Die Salzburger Festspiele, Oberösterreichs Goldhaubengemeinschaft, das „Theater am Himmel“ im Hörbigerhaus, die „Seitenblicke“, das ORF-Landesstudio Wien und Radio Vorarlberg und viele weitere Initiativen unterstützten die Hilfsaktion mit eigenen Events. Großzügige Spenden von der voestalpine AG, Steyr, XXXLutz und Kotanyi und weiteren Unternehmen, unterstützten die „Nachbar in Not“-Hilfe.

Sissy Mayerhoffer: „Am Beispiel der ,Nachbar in Not‘-Pakistanhilfe haben wir gezeigt, dass man auch schwierige Themen emotional und vorurteilsfrei transportieren kann. Unser Dank gilt jedem einzelnen Beitrag, der in Summe Großes bewirkt.“

ALLE SPENDENMÖGLICHKEITEN IM ÜBERBLICK

 
NACHBAR IN NOT – Flutkatastrophe Pakistan

Spendentelefon 0800 222 444

PSK 90 750 700 (BLZ 60000)

Online-Spenden: nachbarinnot.ORF.at

SMS-Spenden: SMS mit Kürzel NIN an 0664 660 3333

Ihre Spende für „Nachbar in Not“ ist steuerlich absetzbar.

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