13.01.2011

Freiwilliges Sozialjahr statt Zivildienst?

Der Generalsekretär des Roten Kreuzes, Wolfgang Kopetzky, reagiert im heutigen Ö1-Morgenjournal skeptisch auf Vorschläge, den Zivildienst durch ein freiwilliges Sozialjahr zu ersetzen. Er befürchtet, dass es nicht genug Freiwillige geben wird, die die derzeit 13.000 Zivildienstleistenden ersetzen könnten.

Kopetzky: „Das freiwillige soziale Jahr ist grundsätzlich ein guter Gedanke – allerdings wird es in der präsentierten Form das heutige sehr gut bewährte Zivildiener-System im Sozialbereich nicht ersetzen können.“

 

Besonders die von Sozialminister Hundstorfer angesprochenen gravierenden Änderungen der Mitarbeiterzahl – er geht von 6.400 Beschäftigten im Vergleich zu den derzeit rund 10.000 Vollzeitäquivalenten aus – müssen auch hinsichtlich der damit eingeschränkten Leistungen im Sozial- und Gesundheitsbereich bedacht werden.

 

Es könnten, befürchtet  Kopetzky, für das freiwillige Sozialjahr nicht genügend BewerberInnen gefunden werden – damit wäre eine zusätzliche Anstellung von hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern notwendig, was zwangsläufig zu einer Systemverteuerung führe.

 

„Es geht nicht um billige Arbeitskräfte für das Rote Kreuz, oder für andere Trägerorganisationen. Es geht darum, jungen Menschen etwas für ihr weiteres Leben mitzugeben und natürlich darum, ein Staat von seinen Bürgern erwarten kann, einen gewissen Teil ihrer Lebensarbeitszeit dem Sozial- und Gesundheitswesen zu spenden“, so der Rotkreuz-Generalsekretär.

 

Kopetzky fordert abschließend erneut einen „Runden Tisch“, an dem alle Beteiligten aus dem Gesundheits- und Sozialsystem die Alternativen zum Zivildienst intensiv mit allen daraus resultierenden Konsequenzen diskutieren.

Icon Drucken