Ägypten: Rotes Kreuz unterstützt Gesundheitseinrichtungen
Seit über einer Woche erschüttern Massenproteste Ägypten. Die Konflikt-Experten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) helfen und beobachten die Situation vor Ort. Wie, erklärt Eric Marclay, IKRK-Delegationsleiter in Kairo.
Was können Sie über die aktuelle Situation in Ägypten sagen?
Marclay: Wir beobachten die Ereignisse in Kairo und anderen großen Städten sehr genau, besonders in Bezug auf die humanitären Konsequenzen. Wir stehen in engem Kontakt mit dem Ägyptischen Roten Halbmond und anderen Organisationen, um sicherzustellen, dass Bedürfnisse schnell erkannt und koordiniert reagiert wird.
Weil noch größere Demonstrationen erwartet werden, befürchten wir auch mehr Verletzte oder sogar Todesfälle. Trotz der Ausgangssperre sind die Proteste nicht abgeflaut. In manchen Stadtteilen organisieren sich die Bewohner, um ihr Eigentum zu schützen.
Beide Seiten, die Staatsgewalt und die Demonstranten rufen wir zum Respekt vor Leben und menschlicher Würde auf!
Was wird am dringendsten gebraucht, wie kann das Rote Kreuz helfen?
Es gab Berichte, dass verwundete Menschen nicht schnell genug ein Spital erreichen konnten. Improvisierte erste Hilfe-Posten sind in den betroffenen Stadtteilen errichtet worden.
Wir haben gemeinsam mit dem Ägyptischen Roten Halbmond einen Notfall-Plan ausgearbeitet, um besonders im Bereich erste Hilfe und Notfall-Versorgung rasch helfen zu können. Wir stehen bereit und haben auch dem Gesundheitsministerium unsere Hilfe und medizinische Expertise angeboten.
Welche Aktivitäten führt das IKRK momentan im Land aus?
Ein Team von Spezialisten ist gerade ins Land gekommen, um uns zu unterstützen. Das IKRK konzentriert sich auf den Zugang zu Gefangenen, also auf den Besuch von Personen, die im Zuge der Proteste verhaftet wurden, um sie zu regisiteren und eventuell medizinisch zu versorgen. Auch die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung zählt wir zu unseren Aufgaben.

