22.06.2011

Datenbank für Asylexperten feiert 10. Geburtstag

Seit 10 Jahren bietet die Datenbank ecoi.net Daten über Herkunftsländer von Asylwerbern. Heute sind Informationen zu 164 Ländern dieser Welt gesammelt und gespeichert.

Ecoi.net bündelt Informationen, die für Asylverfahren wichtig sind und zu Fairness und Effizienz beitragen. 2001 wurden 200 Zugriffe pro Monat gezählt, 2011 sind es 36.000.


Reinhold Jawhari ist der Leiter der Abteilung  ACCORD (Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation) im Österreichischen Roten Kreuz. Die Abteilung stellt Informationen zu Herkunftsländern von Asylwerbern zur Verfügung. Jawhari und seine Mitarbeiter betreiben ecoi.net und beantworten spezifische Fragen zu Herkunftsländern. Im Interview erklärt er die 140.000 Dokumente umfassende Datenbank.

 

ecoi.net wird 10 Jahre alt. Was war 2001 der Grund, die Datenbank zu schaffen?


Eineinhalb Jahre nach Gründung von ACCORD hat man gesehen, dass es notwendig ist, die bereits gesammelten Informationen und Dokumente zu sammeln. Angefangen hat es mehr oder weniger als interne Linkliste. 2001 war das Internet noch in den Kinderschuhen – Google, Wikipedia, youtube – alles was heute für uns selbstverständlich ist, war damals erst am Beginn oder existierte noch nicht. Aber es gab das Internet und so entstand die Idee einer öffentlich zugänglichen Datenbank.

 

Welche Information finde ich in ecoi.net?


Wir sammeln und veröffentlichen qualitätsvolle Information über Länder, aus denen Flüchtlinge stammen. Will ich beispielsweise wissen, wie die Lage für Kurden in Syrien ist, finde ich auf ecoi.net Informationen dazu. Viele Informationen und Berichte sind in englischer Sprache, daher haben wir die Datenbank mit dem Übersetzungsprogramm verlinkt, sodass automatisch auch in englischen Dokumenten gesucht wird. Die Informationen, die wir in die Datenbank eingeben, stammen von großen Organisationen wie beispielsweise Amnesty International oder Human Rights Watch, eine andere Quelle ist BBC News. Jedes Dokument wird mit einer kurzen Zusammenfassung in Deutsch versehen, um den Nutzern der Datenbank die Arbeit zu erleichtern und einen raschen Überblick zu bekommen, ob das Dokument für sie von Interesse ist. Heute sind 140.000 Dokumente in der Datenbank zu finden.

 

Wer arbeitet mit ecoi.net?


Alle, die mit Asylverfahren zu tun haben: Rechtsberater, Asylanwälte, Flüchtlingsberater, das Bundesasylamt und der Asylgerichtshof in Österreich und ähnliche Institutionen in anderen Ländern. Die Datenbank wird auch europa- bzw. sogar weltweit genutzt. Da unser Schwerpunkt auf Herkunftsländern der Flüchtlinge in Europa liegt, haben wir die höchsten Zugriffszahlen neben Österreich in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Finnland, den Niederlanden und Schweden. Neben den europäischen Ländern nutzen Kanada, Neuseeland und Australien das Angebot.

 


ecoi.net wird vom Österreichischen Roten Kreuz gemeinsam mit dem deutschen Informationsverbund Asyl & Migration betrieben und aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds und des Bundesministeriums für Inneres, sowie aus Beiträgen österreichischer NGOs und dem irischen Legal Aid Board finanziert.

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