pflegekongress 11: Freiwillige Pflege ist soziales Kapital
Am 3. und 4. November wagen Pflegeexperten im Austria Center Vienna unter dem Motto „Freiwilligkeit und Pflege – Rückschritt oder Fortschritt?“ einen Blick in die Zukunft der Pflege.
Der pflegekongress 11 widmet sich im Europäischen Jahr der Freiwilligkeit schwerpunktmäßig dem Thema „Freiwilligkeit und Pflege". 50 Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz werden ihre Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und der täglichen Praxis dem Fachpublikum im Austria Center Vienna präsentieren.
Den großen Wohlfahrtsorganisationen wie dem Roten Kreuz ist die Förderung von freiwilliger Tätigkeit und zivilgesellschaftlichen Engagement seit Jahrzehnten ein Anliegen.
Soziales Kapital
"Wenn man vom Einsatz Freiwilliger in der Pflege spricht, muss man sehr deutlich zwischen dem „Setting“ oder „Arbeitsfeld“ Pflege unterscheiden und der pflegerischen Tätigkeit im engeren Sinne",sagt Monika Wild, Pflegeexpertin des Roten Kreuzes, in ihrer Eröffnungsrede.
Freiwillige im Arbeitsfeld Pflege, insbesondere in der Langzeitpflege könnten eine wichtige Ressource bei der psychosozialen Betreuung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen sein. "Gerade im Hinblick auf die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen brauchen wir neue und ergänzende Modelle der Versorgung. Freiwilliges Engagement ist ein Beitrag zum sozialen Kapital einer Gesellschaft und bietet eine sinnstiftende Tätigkeit für diejenigen die sich für Andere engagieren."
Spannungsfeld professionell-freiwillig
Von Seiten professioneller – beruflicher Pflege wird das Thema Freiwilligkeit in Zusammenhang mit Pflege nicht ganz friktionsfrei gesehen. Wenn es um den Einsatz von Freiwilligen in der Pflege geht, gibt es von professioneller Seite oft Vorbehalte. Der Kongress bietet viele Möglichkeiten dieses Spannungsfeld näher zu beleuchten und zu diskutieren.
Das Rote Kreuz ist als Teil der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) seit dem ersten Pflegekongress vor mittlerweile neun Jahre Partner. Für die anstehende Strukturierung der Langzeitpflege und Sicherstellung der pflegerischen Versorgung bei einem steigenden Bedarf braucht es aus Sicht der BAG neue Lösungen bei der Ausbildung von Pflege- und Betreuungsberufen, Veränderungen bei den Kompetenzen und damit einhergehend ein neuer Skill- und Grade Mix.
Attraktive Arbeitsplätze schaffen
"Neben diesen Maßnahmen muss es auch gelingen, die Arbeitsplätze in der Langzeitpflege attraktiver zu gestalten", fordert Monika Wild. "Dahinter steht aus meiner Sicht eine gesellschaftliche Werteentscheidung – wie viel wollen wir in die Pflege und Betreuung hilfe- und pflegedürftiger Menschen investieren?"
In Zeiten knapper Budgets scheine die Forderung nach Erhöhung der Kostenersätze und Ausbau der Dienste im Bereich der Langzeitpflege nicht angebracht, so die Rotkreuz-Expertin. "Aber wenn wir als Gesellschaft nicht bereit sind mehr in diesen Sektor zu investieren – wird es zukünftig keine gesicherte Versorgung für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige geben."
Der pflegekongress11 bietet ein Forum für den fachlichen Austausch zu aktuellen Entwicklungen innerhalb der Pflege. Er wird von Medical-Update/pflegenetz und der Bundesarbeitsarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt veranstaltet. Ziel ist es, den Diplomierten Pflegefachkräften ein Portal der Wissenserweiterung zu bieten, um Klienten nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu unterstützen.
Pflegepreis
Im Zuge des Kongresses wird auch der Pflege- und Betreuungspreis
von der Volkshilfe Österreich und pflegenetz verliehen. Außerdem besteht die
Möglichkeit, Forschungsarbeiten und Praxisprojekte bei der Veranstaltung zu
präsentieren.
Weitere Themen
- Win Win-Konferenz für Visionäre
- Jugendliche werden „pflegefit“
- Rotes Kreuz: Freiwilligengesetz „Schlag ins Gesicht“ der Zivilgesellschaft
- Engagierte Freiwillige und starke Marke – Erfolgsgeheimnis des Roten Kreuzes
- Präsentation: Lebenslanges Lernen und freiwilliges Engagement im Gemeinwesen
- Präsentation: Freiwilligenarbeit in der Langzeitpflege

