05.12.2011

Studie: Rotes Kreuz und Feuerwehr sind die bekanntesten Freiwilligenorganisationen.

Freiwilligkeit hat in Österreich höchsten Stellenwert in der Bevölkerung. Das Interesse an ehrenamtlichem Engagement steigt noch weiter.

Wien, Linz (Rotes Kreuz) – Zum Freiwilligentag am 5. Dezember 2011 veröffentlicht das Österreichische Rote Kreuz eine neue Studie zum Thema Ehrenamtlichkeit: Das Thema Freiwilligkeit hat in Österreich einen hohen Stellenwert. Mehr als 90 % der Österreicher – so eine neue repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Market im Auftrag des Österreichischen Roten Kreuzes – finden freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement „auf jeden Fall“ oder „eher doch“ wichtig.

Interesse an freiwilligem Engagement steigt

Die persönliche freiwillige Mitarbeit in einer Organisation stellt sich für drei von vier Österreicherinnen und Österreicher als „interessant“ bzw. „sehr interessant“ dar. Das ist eine deutliche Steigerung: Im Jahr 2001 lag das Interesse bei knapp mehr als der Hälfte der Befragten. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass das Interesse für ehrenamtliches Engagement am Land deutlich höher ist, als in der Stadt; Männer sind zudem signifikant eher an freiwilliger Arbeit interessiert als Frauen. Auch altersgruppenmäßig gibt es Unterschiede: 40 bis 60-jährige haben ein höheres Interesse an freiwilligem Engagement, als unter 40- oder über 60-jährige Befragte.


Das Image von Freiwilligenarbeit ist hervorragend

„Freiwilliges Engagement liefert einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft“, das ist die Meinung der Österreicherinnen und Österreicher. Fast drei Viertel stimmen dieser Aussage uneingeschränkt zu, ein weiteres Fünftel zumindest teilweise. Dass man mit ehrenamtlichem Engagement einfach gemeinsam mit anderen viel mehr bewegen kann, finden 80 % der Befragten. Anerkennung in der Gesellschaft für Freiwillige orten nur 6 % „voll und ganz“ – 32% finden, dass sie wenig bis überhaupt nicht existiert. Insgesamt betrachtet, ist das Image von Freiwilligenarbeit in Österreich ganz hervorragend – die fehlende Unterstützung durch Wirtschaft und den Staat wird allerdings von der Bevölkerung wahrgenommen.

Was spricht für ehrenamtliches Engagement, was spricht dagegen?

Die Top-Nennungen (jeweils über zwei Drittel), die für das freiwillige Engagement sprechen sind, dass man „anderen Menschen helfen kann“, „dies für die Gesellschaft unbedingt nötig ist“, „solche Menschen gebraucht werden“ und „man andere Menschen glücklich machen kann“. Ebenfalls deutlich mehr als die Hälfte der Befragten meinen: „man nützt seine Freizeit sinnvoll“, man lernt neue Menschen kennen“, „man bildet sich fort“, „man lernt Neues und macht nützliche Erfahrungen“ und „man kann Verantwortung übernehmen.“

Gegen freiwillige Arbeit sprechen, „dass man viel Zeit investieren muss“ (48 %), dass „man keine Zeit hat“ (37%) und dass „man dabei selbst auch Risiken eingehen muss“ (36 %). Erfreulich ist die Tendenz im Vergleich zu 2001, wo noch 61 % behaupteten, das zu viel Zeit-Investment gegen ehrenamtliches Engagement spräche.

Rotes Kreuz ist neben der Feuerwehr die bekannteste ehrenamtliche Organisation Österreichs.

Spontan nennen 58 % das Rote Kreuz, wenn man sie nach gemeinnützigen Organisationen fragt, bei denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. Die freiwillige Feuerwehr folgt mit 50 % vor der Caritas (33%). Die Feuerwehren sind am Land (56 %) deutlich bekannter, wenn es ums freiwillige Anpacken geht, als in den Landeshauptstädten (34 %). Bei der gestützten Bekanntheit, abgefragt mit einer Liste, liegen Feuerwehr und Rotes Kreuz mit unglaublichen 94 % der Bekanntheit weit vor den weiteren Nennungen: Caritas, Sportverein, Samariterbund, Pfadfinder, Kinderfreunde. Auch das Team Österreich kommt – fast gleich wie die „Volksmusik“ - auf 34 % Bekanntheit.

Rotes Kreuz als Fürsprecher für die Freiwilligkeit

In der Kommunikation zum Thema Freiwilligkeit wurde am Ende des Europäischen Freiwilligenjahrs auch das Rote Kreuz mit 60% der Nennungen als besonders engagiert für die Freiwilligkeit wahrgenommen. Die Feuerwehr wird mit 52 % als wesentlicher Fürsprecher für das Ehrenamt wahrgenommen. Genau 20 Prozent sehen auch das Team Österreich von Hitradio Ö3 und dem Roten Kreuz als Fürsprecher für ehrenamtliches Engagement - in den Zielgruppen unter 30 Jahren sehen es sogar 30 Prozent.

Die Hälfte der Österreicher/innen ist selbst ehrenamtlich engagiert

Rund die Hälfte (51 %) geben an, selbst in einer oder in mehreren ehrenamtlichen Organisationen tätig zu sein – davon 63% Männer und 40 % Frauen. Diese Beteiligungsquote ist im Alter von 40 bis 49 Jahren mit 62 % am höchsten, ebenso am Land (62 %). Freiwillige selbst sind am häufigsten in Sportvereinen (25 %), politischen Parteien (18 %), kirchlichen oder kommunalen Einrichtungen (18 %), der freiwilligen Feuerwehr (13 %) oder dem Roten Kreuz (12 %) tätig. Während die Beteiligung bei Feuerwehr und kommunalen/kirchlichen Einrichtungen am Land höher ist, als in Klein- bzw. Mittelstädten, ist dieses Verhältnis bei Sportvereinen, politischen Parteien und beim Roten Kreuz umgekehrt: dort ist man eher im städtischen Bereich engagiert, als am Land.

Über die Umfrage

Die online-Befragung „Freiwilligenarbeit für des ÖRK“ wurde vom 28. bis 30. November 2011 mit 1.000 Online-Interviews durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut „Market“ im Auftrag des Österreichischen Roten Kreuzes durchgeführt. Die Umfrage wurde vom Roten Kreuz in Auftrag gegeben und von der Studienleiterin Birgit Starmayr von market, ausgearbeitet. Die Studie ist repräsentativ für die Österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren und hat eine Schwankungsbreite von +/- 3,16 Prozent.

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