27.12.2011

Jahresrückblick 2011: Von Krisen und Chancen

Mit 2011 endet auch das Europäische Jahr der Freiwilligen. Neben diesem Schwerpunkt beschäftigten das Rote Kreuz Krisen und Katastrophen in Japan, Pakistan, am Horn von Afrika und in der Türkei. In Österreich fanden groß angelegte Katastrophenschutz-Übungen statt und das erste Lernhaus eröffnete in Wien.

Jahr der Freiwilligen

 

Mit dem Jahr 2011 geht auch das "Europäische Jahr der Freiwilligen" zu Ende. Für das Rote Kreuz ein Schwerpunkt, der mit einer Kooperation mit der Kronen Zeitung einen öffentlichkeitswirksamen Auftakt hatte. Das ganze Jahr über wurden auch in Rotkreuz-Medien laufend Freiwillige und ihre Tätigkeitsbereiche vorgestellt. Die Freiwilligenkonferenz des Landesverbandes NÖ bildete im Dezember einen abschließenden Höhepunkt.

 

Übersichtsseite Freiwilligkeit: Freiwilligen-Porträts, Gastkommentar des Präsidenten zum Freiwilligengesetz u.v.m. 

 

Katastrophen: Japan, Pakistan, Erdbeben Türkei

 

Am 11. März 2011 bebt die Erde vor Japans Nordost-Küste mit einer Stärke von 9.0. Das Erdbeben löst einen zerstörerischen Tsunami aus, der die Pazifik-Küste überrollt. Der Atomreaktor Fukushima Daiichi hält den Erschütterungen nicht stand - ein atomarer Super GAU ist die Folge. 15.839 Tote sind bestätigt, 3.642 Menschen gelten noch als vermisst.

 

Die Katastrophe löst weltweit große Anteilnahme und den Wunsch zuhelfen aus. Auch in Österreich sammeln Privatpersonen und Schulklassen Seite an Seite mit großen Institutionen und Unternehmen Millionen Euro an Spenden für die Erdbebenopfer in Japan.

 

Wie die Spenden direkt in Japan helfen, lesen Sie hier.

 

Überflutungen Pakistan

 

Nach den verheerenden Überschwemmungen im Sommer 2010 wurde in Pakistan im Herbst 2011 erneut Katastrophenalarm ausgelöst. In der Provinz Sindh stand ein Gebiet unter Wasser, das größer ist als Griechenland. Auch die benachbarte Region Belutschistan war betroffen. Über 1,55 Millionen Häuser und mehr als 9.200 Schulen waren beschädigt.


Michael Opriesnig, Leiter des Bereichs Marketing und Kommunikation beim Österreichischen Roten Kreuz und einer der Vorstände der Stiftung „Nachbar in Not“ berichtet in einem Podcast über die Situation Anfang November 2011.

 

Erdbeben Türkei

 

Am 23. Oktober 2011 erschütterte ein Erdbeben die Provinz Van in der Südost-Türkei. Mit 7,2 auf der Richter-Skala ist dieses Beben an der Grenze zum Iran das stärkste Erdbeben in der Türkei seit mehr als einem Jahrzehnt, und von der Intensität gleich dem Beben in Haiti Anfang 2010. Das Österreichische Rote Kreuz schickte Hilfsgüter in die Region.

 

Hungersnot am Horn von Afrika

 

Bereits im März warnten Experten vor einer Dürrekatastrophe, die die Ernährungssituation von Millionen Menschen am Horn von Afrika extrem verschlechtern könnte. Im Juli nahm die Weltöffentlichkeit Notiz von dem Drama im Osten des Kontinents. Die hungernden Menschen bekamen endlich mehr Aufmerksamkeit. Die laufenden Hilfslieferungen und Ernährungsprogramme in Kenia, Somalia, Äthiopien und Dijbouti wurden aufgestockt. In Österreich startet neben den Hilfsorganisationen auch Nachbar in Not eine eigene Spendenkampagne. ÖRK-Delegierte arbeiten seit Monaten daran, mit landwirtschaftlichen Projekten die Ernährungslage der ländlichen Bevölkerung nachhaltig zu sichern. Im Dezember haben endlich Regenfälle eingesetzt, eine Besserung der Lage ist aber laut Rotkreuz-Experten erst mit der nächsten Ernte im Jänner/Februar 2012 zu erwarten. Nahrungsmittelverteilungen sind nach wie vor überlebenswichtig. Zur Übersichtsseite.

 

Libyen-Krise: Österreicher helfen vor Ort

 

Im Februar beginnt auch in Libyen der arabische Frühling, eine Revolution gegen Diktator Gadaffi. In der Folge verlassen tausende Flüchtlinge das Land. Auch die Insel Malta bereitet sich auf die Aufnahme weiterer Flüchtlinge vor.

Der Rotkreuz-Suchdienstexperte Hannes Guger half dort getrennten Familienmitgliedern bei der Wiederherstellung der Kontakte.

 

Mitte April wird der österreichischen Arzt Günter Kittel mit Kollegen vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in die libysche Hauptstadt Tripolis entsendet. Das IKRK ist eine der wenigen internationalen Organisationen, die Zugang zu den Konfliktgebieten auf libyschem Staatsgebiet hat. Gemeinsam mit dem Libyschen Roten Halbmond leistet das IKRK seit Ausbruch der Kampfhandlungen Mitte Februar humanitäre Hilfe. „Der Fokus liegt dabei in der Versorgung von Verwundeten“, sagt Günter Kittel.

 

Rotkreuz-Übungen: Innpower und WAVE 2011

 

Für die ÖRK-Katastrophenhelfer war es ein heißer Sommer: Im Juni fand mit der Bundesübung "Innpower" die bisher größten Übung in der Geschichte des OÖ Roten Kreuzes statt. Über 1.500 Rotkreuz Mitarbeiter, 480 Figuranten, an die 500 Feuerwehrleute, etwa 150 Polizisten und zahlreiche Helfer beübten im Innviertel zwei Tage lang 16 Katastrophen- und Unfallszenarien.

 

Im September fanden 80 Spezialisten der Rotkreuz-Schnelleinsatzteams für Wasser und Telekommunikation aus Österreich, Kroatien, Slowenien, Frankreich, Schweden, Deutschland und Neuseeland gemeinsam bei der "Wave" den Ernstfall. Die grenzüberschreitende Übung fand in Niederösterreich und dem Burgenland statt.

 

Eröffnung des 1. Rotkreuz-Lernhauses

 

Ende Mai brachte ein buntes Straßenfest zur Eröffnung des Lernhauses vom Ehrengast bis zum Passanten unterschiedlichste Menschen zusammen. Stolz präsentierten Kinder und Betreuer ihr liebevoll eingerichtetes Lernhaus - ein ehemaliges Gassenlokal in der Schwendergasse im 15. Bezirk. Das Lernhaus ist ein gemeinsames Projekt von Rotem Kreuz und Kurier Aid Austria. Es steht Kindern offen, die ohne Hilfe die Pflichtschule nicht schaffen würden. Zur Bildergalerie

 

Erste Hilfe ist kinderleicht


Die drei wichtigsten Erste Hilfe-Maßnahmen entscheiden über Leben und Tod. Jeder kann sie lernen und anwenden, denn sie sind sogar so einfach, dass man sie in 30 Sekunden im Radio erklären kann. Und deshalb startete Hitradio Ö3 mit dem Roten Kreuz im August im Ö3 Wecker den ersten Erste-Hilfe-Kurs im Radio.

 

Seit wenigen Wochen gibt es mit Drive & Help auch eine Erste Hilfe-App für Smartphones.


Datenbank für Asylexperten feiert 10. Geburtstag

 

Seit 10 Jahren bietet die Datenbank ecoi.net Daten über Herkunftsländer von Asylwerbern. Heute sind Informationen zu 164 Ländern dieser Welt gesammelt und gespeichert.