17.01.2013 08:17

Gesundheitstipp: Frostschutz für den Körper

Der Winter macht seinem Namen mit heftigem Schneetreiben und Minusgraden alle Ehre. Schon bei Minus fünf Grad besteht die Gefahr von Kälteschäden an Händen und im Gesicht. Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber sagt, wie man sie vermeidet.

Des Wintersportlers Freud, des Frierenden Leid: Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind für die Pistenverhältnisse ideal. Dem menschlichen Körper drohen aber Erfrierungen und Unterkühlungen. 

 

„Ab einer Temperatur von minus fünf Grad besteht die Gefahr von Kälteschäden an den Händen und im Gesicht,“ warnt ÖRK-Chefarzt Wolfgang Schreiber. Ein Risikofaktor ist der Wind, der die Temperaturen nicht nur kälter erscheinen lässt, sondern auch das Gesundheitsrisiko erhöht.

 

Für einen Ausflug in den Schnee rät der Rotkreuz-Chefarzt: "Ziehen Sie sich warm an. Speziell unterfütterte Jacken, thermoisolierte Beinkleider und gut gefütterte Schuhe sind ein Muss. Bei längeren Aufenthalten im Freien sind auch spezielle Hand- und Fußwärmer zu empfehlen.“ 

 

Tee statt Alkohol

 

Wichtig ist auch die Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit. Warmer Tee bringt den Körper auf Touren. Das Gegenteil bewirkt das Gemisch Alkohol und Kälte. Alkohol wärmt nicht, sondern reduziert nur das Temperaturempfinden. 

 

Kein Ammenmärchen ist, dass dünne Menschen schlechter gegen Kälte geschützt sind, als Personen mit massiver Körperfülle. Stürzt ein schlanker Mann im Schnee und bleibt bewusstlos liegen, kühlt sein Körper viel rascher aus, als der eines korpulenten Mannes, erklärt ÖRK-Chefarzt Wolfgang Schreiber. Dementsprechend sind auch die gesundheitlichen Folgen massiver.

 

Zu den häufigen Erfrierungs- und Unterkühlungsopfern zählen in Österreich vor allem ältere Menschen, kleine Kinder und Alkoholisierte, so Schreiber. Bei Senioren stelle sich häufig ein spezielles Problem: Sie stürzen in ihrer Wohnung und bleiben unbemerkt stundenlang regungslos liegen, viele haben aus Sparsamkeit unzureichend eingeheizt oder gar ein Fenster offen. Die Folge sind Kälteschäden, die im Spital behandelt werden müssen.

 

Bei Kindern sei vor allem mangelnde Bewegung die Ursache für Erfrierungen und blaue Lippen, warnte Schreiber. Besonders bei Säuglingen, die unbeweglich im Kinderwagen liegen, ist Vorsicht geboten. Man dürfe nicht vergessen: Als Mutter, die den Kinderwagen schiebt, empfindet man die Minusgrade beim Gehen weniger dramatisch. 

 

Bei Betrunkenen ist das Hauptproblem die Weitung der Blutgefäße der Haut, durch die der Körper schneller unbemerkt auskühlt, erklärte der Mediziner. Dieser Faktor sorge auch bei Unterstandslosen häufig für Kälteschäden.

 

Anzeichen einer Erfrierung

 

   Erste Anzeichen für Erfrierungen sind Schmerzen, Taubheit und Blässe. Menschen mit diesen Symptomen sollten an einem warmen Ort wieder "auftauen". Von einer Unterkühlung spricht man bei einer Körpertemperatur unter 36 Grad, unter 32 Grad wird der Zustand bedrohlich. Betroffene empfinden anfangs Schmerzen, dann werden sie teilnahmslos, müde und schlafen schließlich beschwerdefrei ein. Es drohen Bewusstlosigkeit und in weiterer Folge Atem-Kreislaufstillstand.

 

   Auf keinen Fall sollte man Unterkühlte auffordern zu gehen, massieren oder viel bewegen. Herzkomplikationen wie Kammerflimmern könnten die Folge sein. Die richtige Hilfe ist Wachhalten sowie das Hüllen in warme Decken und Kleidung. Heiße Getränke können angeboten werden.

 

   „Generell sind Erkältungen und Unterkühlungen in Österreich kein relevantes Problem", betont der Chefarzt. Über das Jahr gesehen seien beide Folgen von niedrigen Temperaturen selten. Pro Problemgruppe sei er als Arzt jährlich mit "einer Handvoll" Patienten konfrontiert. Die meisten Österreicher würden sich entsprechend warm kleiden und an die Temperaturen anpassen. 

 

Drei Tipps


Für das richtige Verhalten bei Minusgraden hat der Arzt trotzdem drei wichtige Tipps parat: Unbedeckte Hautstellen mit Fettcremes bedecken, abstehende Körperteile wie Nase und Ohren besonders schützen und enge Schuhe meiden, die die Bewegungsfreiheit der Zehen einschränken.