21.02.2012

Syrien: Rotes Kreuz verhandelt über Waffenruhe

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) fordert dringend eine Kampfpause, um Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu erhalten.

In seiner Rolle als neutrale und unabhängige Hilfsorganisation diskutiert das IKRK mit den syrischen Konfliktparteien "verschiedene Möglichkeiten", sagt IKRK-Sprecherin Carla Haddad. "Dazu gehört eine Kampfpause in den am stärksten betroffenen Gebieten." Das IKRK fordert eine tägliche Waffenruhe von mindestens zwei Stunden, um gemeindam mit dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond sicheren Zugang für die humanitäre Versorgung der notleidenden Menschen zu haben. 

 

Das Rote Kreuz handelt auf Basis des humanitären Völkerrechts, in dem der Schutz der nicht oder nicht mehr an den Kämpfen beteiligten Personen verankert ist. 

 

"Die aktuelle Situation erfordert eine sofortige Implementierung einer humanitären Kampfpause", betont IKRK-Präsident Jakob Kellenberger. "In Homs und anderen betroffenen Gebieten sind ganze Familien seit Tagen in ihren Häusern gefangen, ohne eine Möglichkeit hinauszugehen und Brot, Lebensmittel oder Wasser zu kaufen oder medizinisch versorgt zu werden."

 

Eine Unterbrechung der Kämpfe in den Protesthochburgen Homs und Hama soll die Lieferung von Hilfsgütern erlauben, betont das IKRK. Der Inhalt der Gespräche sei vertraulich. Das IKRK hält laufend Kontakt zu allen Konfliktparteien, die Gespräche mit den syrischen Behörden und der bewaffneten Opposition über eine Unterbrechung der Kämpfe in den am schwersten betroffenen Gebieten dauern an. 

 

Es gehe nicht um eine politische Lösung des Konflikts, sondern um schnellen Zugang zu den Menschen in Not in den umkämpften Gebieten.

 

Opposition: Lage in umkämpften Städten dramatisch

 

In den Städten Hama und Homs, in denen es immer wieder zu Protesten kommt, ist die Versorgungslage nach Angaben der Opposition dramatisch: "Hama ist von der Außenwelt abgeschnitten." In Homs ist die Lage ähnlich.