18.09.2012 12:33

Rotes Kreuz: Bis 2020 fehlen 17.000 qualifizierte Pflegekräfte

„Die schon hier sind“ – auch Asylwerber – als 5. Säule gegen den Fachkräftemangel

Wien (Rotes Kreuz) – Die österreichischen Betriebe benötigten für die kommenden sechs Monate rund 150.000 Fachkräfte, dafür wäre mehr qualifizierte Zuwanderung notwendig. Das erklärte heute die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser. „Was Fachkräfte im Bereich Pflege und Betreuung angeht“, ergänzt der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Werner Kerschbaum, „so fehlen bald ebenfalls Tausende von ihnen.“ Bis zum Jahr 2020 würden „17.000 vollzeitäquivalente Kräfte mehr benötigt.“

 

Das „Vier-Säulen-Modell“ Hochhausers zur Bewältigung des Fachkräftemangels stößt beim Roten Kreuz auf Zustimmung: Erhöhung der Frauenerwerbstätigenquote, des faktischen Pensionsantrittsalters, bessere Ausbildung Jugendlicher und mehr qualifizierte Zuwanderung führt die WKÖ als notwendige Maßnahmen ins Treffen.

 

„Wir dürfen aber auch auf die nicht vergessen, die schon hier sind“, erläutert Werner Kerschbaum eine 5. Säule gegen den Fachkräftemangel. „Mittels Lernhilfe ermöglichen wir Kindern aus bildungsfernen Familien einen Pflichtschulabschluss als Basis für eine spätere Fachausbildung“, so der Rotkreuz-Generalsekretär. Mit der Initiative „MigrantsCare“ gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Integration qualifiziert das Rote Kreuz ab Oktober Migrantinnen und Migranten für Pflege- und Betreuungsberufe. „Das Interesse ist groß, der erste Kurs voll“, so Kerschbaum.

 

Informationsfolder zur Initiative "MigrantsCare" finden Sie hier auf polnisch | russisch | serbisch | engl. | frz. | türkisch.

 

Unter „die, die schon hier sind“ reiht der Rotkreuz-Generalsekretär auch Asylwerber. „Qualifizierte Asylwerber, die sich in Österreich aufhalten, sollten stärker in den Arbeitsmarkt integriert werden“, sagt Kerschbaum. Das wäre nicht nur eine arbeitsmarktpolitische, sondern auch eine humanitäre Maßnahme. Seit Juni 2012 sei zwar eine langjährige Forderung des Roten Kreuzes erfüllt: „Jugendliche Asylwerber bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen arbeiten oder eine Lehre machen“, so der Rotkreuz-Generalsekretär. „Erwachsene Asylwerber sind aber nach wie vor gänzlich vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.“

 

Rückfragehinweis:
Mag. Petra Griessner
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43 1 589 00-357
Mobil: +43 664 823 48 87
E-Mail: petra.griessner(at)roteskreuz.at
www.roteskreuz.at