02.03.2017 10:25

"Lasst uns nicht die Augen verschließen"

...mahnt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. In Südsudan, Somalia, Jemen und dem Nordosten Nigerias herrscht akuter Mangel an Nahrungsmitteln.

"Lasst uns nicht die Augen verschließen"
Meistens sind es Kinder, die mit großen Kanistern losgeschickt werden, um Wasser zu holen.
©Danish Red Cross/Jakob Dall
Die Dürre tötet die Tiere und lässt Ernten ausfallen.
©IFRC
Eine Handpumpe vom ÖRK in Northern Bahr El Gazhal, im Südsudan.
©ÖRK/Elmar Göbl

Die Menschen in mehreren Ländern Afrikas hungern: In Südsudan, Somalia, Jemen und dem Nordosten Nigerias herrscht bereits akuter Mangel an Nahrungsmitteln. Neben der schlechten Wirtschaftslage sind vor allem Konflikte und Dürren für die Not der Menschen verantwortlich. Zu wenig Regen hat in Kenia und Äthiopien dazu geführt, dass Vieh verendet ist und Ernten ausgefallen sind. Die Folge: Die Lebensmittelpreise gingen in die Höhe.

Die Rotkreuz-Bewegung ist in allen Ländern aktiv, verteilt Hilfsgüter und unterstützt die Menschen dabei, gesund zu bleiben und ihnen Perspektiven im eigenen Land zu geben. "Wir dürfen unsere Augen vor der drohenden Katastrophe nicht verschließen", sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. Um das schlimmste abzuwenden werden dringend Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente benötigt. "Das Problem ist, dass kaum noch etwas produziert wird", erzählt Bernhard Helmberger, Delegierter des Österreichischen Roten Kreuzes in Südsudan und Kenia. Man hilft daher wo es trotz des Krieges möglich ist, auch den lokalen Bauern und Fischern bei der Produktion.

Helmberger leitet ein Projekt in der nördlichen Bahr El Gazhal Region, das mit Freiwilligen des Südsudanesischen Roten Kreuzes mehreren Gemeinden bei der Wasserversorgung hilft. Die Unterstützung umfasst auch Schulungen und Hygienemaßnahmen, um etwa die Ausweitung der Cholera zu verhindern. In der Stadt Torit und im Nachbarland Uganda, wo insgesamt bereits 700.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan eingetroffen sind, stehen zudem große Wasseraufbereitungsanlagen aus Österreich im Einsatz. „Menschen müssen das Wasser oft von weit entfernten Stellen holen, zudem ist schlechtes Trinkwasser besonders für Kleinkinder gefährlich“, sagt Helmberger. „Trotz der schlimmen Lage ist es aber motivierend, wenn man den Menschen damit konkret helfen kann.“

Weltweit steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe drastisch an. Experten schätzen, dass 2017 rund 70 Millionen Menschen in 45 Ländern Lebensmittelhilfe benötigen werden.

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