19.04.2017 10:50

Kein Wasser - kein Leben

Somalia, Kenia und Äthiopien: Das Rote Kreuz ist da um die Menschen in Not zu unterstützen.

Kein Wasser - kein Leben
Das ÖRK und das Südsudanesische Rote Kreuz setzen gemeinsam ein Wasser- und Siedlungshygieneprojekt um.
©ÖRK

Anhaltende Dürre, Hunger und bewaffnete Konflikte verschärfen die humanitäre Situation am Horn von Afrika. Seit drei Jahren bleiben in vielen Landstrichen ausreichende Niederschläge sogar während der Regenzeiten aus. Dadurch sinken die Erträge aus Ackerbau und Viehzucht. Mangelernährung und Wassermangel schwächen Mensch und Tier und machen sie anfällig für Seuchen. Von der Ernährungskrise sind ganz Somalia, die Küstenregion und der Norden Kenias sowie der Süden und Südosten von Äthiopien betroffen. Allein in diesen drei Ländern sind mehr als elf Millionen Menschen dauerhaft auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Nothilfe und sauberes Wasser

"Wir bauen Brunnen und Wasserleitungen, um sauberes Wasser in die Dörfer zu bringen, damit die Menschen bessere Lebensgrundlagen haben", erklärt Lisa Taschler, die ÖRK-Projekte in Äthiopien koordiniert. Um den Ausbruch von Krankheiten zu vermeiden, ist vor allem der Zugang zu sauberem Wasser notwendig. Gesundheitsvorsorge schließt Latrinenbau und Hygiene-Schulungen ein. Freiwillige des Äthiopischen Roten Kreuzes und die Wasser-Komitees der Gemeinden sind eingebunden und sichern die Nachhaltigkeit der Projekte.

"Gut bewährt haben sich große Tanks, in denen Regenwasser etwa von Schuldächern gesammelt wird. Das Wasser kann dann direkt in der Schule fürs Händewaschen oder auch zur Bewässerung von Kleingärten nutzen", beschreibt Lisa Taschler neue innovative Ansätze. Dennoch war auch 2016 die konkrete Dürrehilfe mittels Verteilung von Saatgut, Trinkwasserversorgung und Verteilung von Lebensmittel ein wichtiger Bestandteil der Unterstützung des ÖRK, insbesondere im Süden des Landes.

Hungersnot im Südsudan

Anfang 2017 hat die UNO erstmals seit fünf Jahren wieder eine Hungersnot ausgerufen. Im südsudanesischen Bundesstaat Unity sind 100.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht. Diese verheerende Ernährungslage ist eine von Menschen gemachte Katastrophe.

"Der Bürgerkrieg treibt die Menschen in die Flucht. Sie müssen ihre Werkzeuge verkaufen, haben kein Saatgut und können ihre Äcker nicht mehr bestellen", beschreibt der langjährige ÖRK-Delegierte Bernhard Helmberger die Situation. "Eigentlich könnte sich der Südsudan selbst ernähren, für die Hungersnot sind die brutalen Kämpfe und Vertreibungen verantwortlich." Das ÖRK unterstützte im vergangenem Jahr die Verteilung von Saatgut, sowie Wasser- und Gesundheitsprogramme. "Durch Hygieneschulungen und Bereitstellung von Trinkwasser, konnten wir mithelfen, dass ein Cholera-Ausbruch eingedämmt wurde."

Mehr als 3,6 Millionen Südsudanesen wurden aus ihren angestammten Heimatregionen vertrieben, davon sind etwa 1,7 Millionen in die benachbarten Länder geflohen. Über 800.000 wurden vom Nachbarstaat Uganda aufgenommen. Auch dort werden südsudanesische Flüchtlinge im Rhino Camp, einem der größten Flüchtlingslager der Welt, vom ÖRK mit Trinkwasser-Aufbereitung unterstützt.

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