08.07.2017 17:11

Ein großer Tag für die Menschlichkeit: Internationales Abkommen zum Verbot nuklearer Waffen beschlossen

Am Freitag, den 7. Juli 2017 haben sich 122 Staaten auf ein Abkommen zum Verbot von Nuklearwaffen geeinigt. Als humanitärer Vertreter bei dieser Konferenz war Rotkreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum.

Generalsekretär Werner Kerschbaum im UN Hauptquartier im New York
Generalsekretär Kerschbaum: "122 Staaten stimmten für das Abkommen zur Abschaffung von Atomwaffen"

"Es war ein sehr bewegender Moment und ich betrachte es als Privileg, dass ich bei der Abstimmung in New York dabei sein konnte", erklärt ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum unmittelbar nach der Konferenz via Twitter. Er war als humanitärer Vertreter Österreichs bei der Abstimmung im UN Hauptquartier dabei.

Eine völkerrechtswiedrige Waffe

Massenvernichtungswaffen sind nicht mit dem humanitären Völkerrecht vereinbar. Besonders der Einsatz von Atomwaffen würde militärische und zivile Einrichtungen gleichermaßen zerstören und durch die nukleare Strahlung auch die Helfer zu Opfern machen. 

NGOs als Schrittmacher zu einem Vertrag gegen Atomwaffen

"Zivilgesellschaftliche Organisationen wie das Rote Kreuz waren ein starker moralischer Kompass auf dem Weg zu einem Vertrag über das Verbot von Atomwaffen, welcher mit überwältigender Mehrheit in der UNO in New York beschlossen wurde", erklärt ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum.

Weltweit sind rund 2000 Stück Atomwaffen in ständiger Alarmbereitschaft und können binnen weniger Minuten abgefeuert werden. Ihre Zerstörungskraft reicht aus, um die Erde mehrfach zu vernichten. Die enorme Hitze, die starke Druckwelle, die Strahlung, eintretende Klimaveränderungen und Ernteausfälle würden Millionen Menschen das Leben kosten und weite Landstriche unbewohnbar machen. "Studien belegen, dass selbst ein relativ kleiner, regional begrenzter Nuklearkrieg zwischen zwei Ländern Auswirkungen hätte, die die ganze Welt betreffen", sagt Kerschbaum. Zu den Verwüstungen kämen noch Flüchtlingsströme ungeahnten Ausmaßes hinzu. "Wir alle wären direkt oder indirekt von einem Nuklearkrieg betroffen - auch Österreich."

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