10.07.2017 10:52

Cholera im Jemen breitet sich aus

Die Zahl der Infizierten steigt ebenso wie die der Todesopfer, mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser ist zerstört.

Cholera im Jemen breitet sich aus
Heba, eineinhalb Jahre alt, hat Cholera und erhält Hilfe in einem Behandlungs-Zentrum in Sanaa.
©ICRC Yemen

Bereits im Mai hat das Gesundheitsministerium in Jemens Hauptstadt Sanaa den Notstand ausgerufen. Bis heute hat sich die Lage in dem Bürgerkriegsland aber weiter zugespitzt. Andrea Reisinger, Leiterin der Abteilung für internationales Katastrophenmanagement im Österreichischen Roten Kreuz, erzählt: "Einer von 103 Jemeniten ist bereits mit Cholera infiziert, jeden Tag kommen 7.500 neue Verdachtsfälle hinzu". In weniger als zwei Monaten stieg die Zahl der Cholera-Verdachtsfälle von 14.000 auf 263.000, die Anzahl der Toten von 186 auf 1.587.

Während Sie diesen Artikel lesen, ist die Zahl weiter gestiegen, so viel ist sicher.  Denn in einem kriegsgebeuteltem Land, in dem weil mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen zerstört und das Abwassersystem zusammengebrochen ist, ist die Verbreitung einer Brech-Durchfallkrankheit wie Cholera schwer aufzuhalten. 17 Millionen Jemeniten sind zudem mangelernährt, was sie zusätzlich anfälliger für Krankheiten macht.

Helfen schwierig

Für Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz ist es schwer Hilfsgüter ins Land zu transportieren so lange es keine Lösung von Seiten der Politik gibt, die das humanitäre Völkerrecht respektieren. Der österreichische Katastrophenfonds und der Lebensmittelfonds halfen mit insgesamt 1,5 Millionen Euro, die an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) weitergeleitet wurden. Damit werden Krankenhäuser mit Medikamenten beliefert, Ärzte und Krankenschwestern trainiert und Chlor-Tabletten zur Wasserreinigung verteilt. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, was das Ausbreiten von Cholera weiter torpediert.

socialshareprivacy info icon