11.01.2018 11:18

Kritische Lage für Flüchtlinge in Bangladesch

Seit August haben mehr als 650.000 Menschen Zuflucht in Bangladesch gefunden. Die Situation in den dortigen Camps ist kritisch.

Kritische Lage für Flüchtlinge in Bangladesch
Die Camps in Bangladesch sind überfüllt © ICRC
Viele unbegleitete Minderjährige haben in Bangladesch Zuflucht gesucht© ICRC
In Hygieneschulungen lernen Kinder, wie man sich richtig die Hände wäscht© ICRC

Seit 25. August 2017 haben mehr als 655.000 Menschen die Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch überquert und sind in die Region Cox’s Bazar geflüchtet, in der sich bereits mehr als 212.000 Flüchtlinge aus Myanmar befanden. Die geschätzte Anzahl der Menschen in akuter Notlage beträgt nun insgesamt 1,2 Millionen Menschen. Diese Zahl setzt sich zusammen aus Rohingyas, die sich schon in Bangladesch befunden haben, den neuen Bewegungen seit August und den bedürftigen Menschen in den Aufnahmegemeinden.

 

Überfüllte Camps. Problematisch ist die Bevölkerungsdichte in den Lagern und den spontanen Ansiedelungen zwischen den offiziellen Lagern. Die vorhandene Infrastruktur ist nicht in der Lage die Grundbedürfnisse zu decken. Die Wasserversorgung und Sanitärsituation stellt nach wie vor ein großes Problem dar, Seuchenausbruch und Verbreitung von Krankheiten sind ein enormes Risiko. Die Versorgung mit Lebensmittel ist ebenso sehr knapp beziehungsweise nicht ausreichend: 24% der Bevölkerung sind akut unterernährt.

 

Wetter als zusätzlicher Risikofaktor. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass im April die Wirbelsturm Saison beginnt und die Bevölkerung der Camps und spontanen Ansiedelungen aufgrund der wenig stabilen Bauweise der Unterkünfte besonders bedroht. Zudem erhöht der Gebrauch von Feuerholz zum Kochen in den extrem engen Camps das Risiko von Bränden.

 

Das Rote Kreuz hilft vor Ort. Knapp einer halben Million Menschen konnte aufgrund des Engagements des Bangladeschi Roten Halbmonds mit Unterstützung der Internationalen Föderation der Rot Kreuz/Rot Halbmondgesellschaften mit Trinkwasser, Lebensmittel, ärztlichen Behandlungen und Baumaterial geholfen werden. Einige Zahlen dazu:

 

  • 320.090 Liter Wasser wurden verteilt
  • 41.225 Hygienekits wurden verteilt
  • 34.906 Menschen konnten an Hygiene-Schulungen teilnehmen
  • 97.700 Lebensmittelpakete wurden verteilt
  • 25.800 Familien haben Decken erhalten
  • 41.000 Patienten wurden behandelt
  • 95 Latrinen wurden gebaut

 

Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt den Bangladeshi Roten Halbmond und die Internationale Föderation vor allem mit Trinkwasseraufbereitung. Dies ist besonders wichtig, um den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen in den überfüllten Camps zu verhindern. Seit September sind elf österreichische Experten nach Bangladesch entsendet worden, zwei weitere Trinkwasserexperten befinden sich in Vorbereitung. (Stand Jänner 2018)

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