Familienleben ist wichtig für Integration

Wenn Gewalt unschuldige Familien trennt, spielen sich Tragödien ab. Kinder verlieren ihre Mütter, Väter wissen nicht, was mit dem Rest der Familie passiert ist und ob sie sich jemals wiedersehen werden. Als wäre die Flucht vor Krieg und Verfolgung nicht schon schlimm genug, verlieren sich Familien oftmals in dieser ohnehin traumatisierenden Zeit. Für die Wiedervereinigung von Flüchtlingsfamilien ist die Familienzusammenführung im Asylland häufig die einzige Möglichkeit. Sie ist zudem auch ein wichtiges Instrument der legalen Einreisemöglichkeit ohne die Dienste von Schleppern in Anspruch zu nehmen.

Familienzusammenführung wird erschwert

Mit der Asylgesetznovelle wurden auch die Regeln für den Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte erschwert. Größte Kritikpunkte sind dabei der zu eng gefasste Familienbegriff, der knappe Zeitraum für die Antragstellung und die lange Wartefrist von drei Jahren für Familienmitglieder von subsidiär Schutzberechtigten. "Durch die strenge Auslegung des Familienbegriffs wird die emotionale - und oft auch materielle - Abhängigkeit zwischen Familienmitgliedern überhaupt nicht berücksichtigt", sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. "Ein gutes Familienleben ist gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung und trägt zu einer erfolgreichen Integration bei."

Familienzusammenführung im ÖRK

Das ÖRK steht den meisten Antragstellern auf Familienzusammenführung in Österreich beratend zur Seite steht - allein 2016 waren es mehr als 1.800 Personen. "Mehr als 500 Anträge konnten wir positiv erledigen. Und das freut uns, denn für diese Familien wird es leichter, sich in die Aufnahmegesellschaft zu integrieren", sagt Schöpfer.

2016 hat das Rote Kreuz mehr als 1.800 Personen in Österreich bei ihrem Antrag auf Familienzusammenführung unterstützt.
©ICRC/Mor Elnekave
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