IG Pflege: Die Forderungen im Einzelnen

Wien, 2012. Birgit Meinhard-Schiebel, SeniorInnensprecherin der Wiener Grünen und Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger. Hochformat.
Birgit Meinhard-Schiebel

Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der IG pflegende Angehörige, präsentiert zur Pressekonferenz anlässlich 5 Jahre IG Pflege drei wichtige Anliegen der Plattform:

Pflegende Kinder und Jugendliche entlasten

43.000 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren pflegen einen Angehörigen. Jetzt geht es um Maßnahmen zu ihrer Entlastung wie zum Beispiel die Einrichtung von  Begegnungsräumen. Um aus der Isolation zu treten und mit ebenfalls betroffenen Kindern und Jugendlichen vernetzt zu sein.

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit sind eine Chance, Pflege und Beruf miteinander verbinden zu können. Jedoch können nicht alle Betroffenen davon Gebrauch machen. Selbständig Erwerbstätige können diese Unterstützung nicht nützen. Aber auch für alle anderen fehlt nach wie vor der Rechtsanspruch – und den fordern wir ganz dringend.

Neues Erbschaftsrecht

Das in Begutachtung befindliche neue Erbschaftsrecht soll auch pflegende Angehörige für ihre belastende Tätigkeit im Erbfall extra bedenken. Grundsätzlich ist das ein positiver Ansatz. Zusätzlich wären Beratungs- und Mediationsangebote sinnvoll, um mögliche Konflikte zu klären.


Rotes Kreuz: Die Forderungen im Einzelnen

Kerschbaum
Werner Kerschbaum

Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes:


457.000 Menschen in Österreich beziehen Pflegegeld. Die Überwiegende Mehrheit von ihnen – nämlich rund 83 Prozent – wird zu Hause gepflegt. Um die Pflege zu Hause für alle hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige so lange wie möglich sicherzustellen, brauchen wir verschiedene Betreuungsformen, die für die betroffenen Menschen leistbar sind:




 

24-Stunden-Betreuung



Die 24-Stunden-Betreuung hat jährliche Zuwachsraten von rund 20 Prozent. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Kostenbeitrag für die Bezieher von mobiler Pflege und Betreuung – wie zum Beispiel Hauskrankenpflege und Heimhilfe – in den vergangenen Jahren von den Ländern deutlich erhöht wurde. Daher kosten zwei bis drei Stunden mobile Betreuung mehr als die 24-Stunden-Betreuung pro Tag. Auch wurde in vielen Regionen die Bewilligung von mobilen Betreuungsstunden restriktiv gehandhabt.


Um eine qualitätsvolle Pflege zu Hause zu gewährleisten, fordern wir die Einführung von Mindeststandards, standardisierter Ausbildung mit Gütesiegel, vergleichbare Kosten für die Vermittlung und faire Verträge für die Betreuungskräfte.



 

Mobile Pflege



 

Rund 16 Millionen Pflege- und Betreuungsstunden werden durch die mobilen Dienste erbracht. Dieses Angebot muss weiter ausgebaut werden. Wichtig ist ebenfalls die Entwicklung von leistbaren Angeboten die zwischen einer 24-Stunden-Betreuung und einer Betreuung über mobile Dienste, wie sie derzeit üblich sind, liegen – da ist eine Lücke vorhanden, die geschlossen werden muss.

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