Neue Studie: Asylberechtigte leisten mehr, als sie den Staat kosten

© Caritas
vlnr. Franz Prettenthaler, Gerald Schöpfer und Michael Landau bei der heutigen Pressekonferenz.

Auf einer Pressekonferenz präsentierten das Forschungsinstitut Joanneum Research, das Rote Kreuz und die Caritas eine Studie über die ökonomischen Effekte von Asylberechtigten. Sie beleuchtet die Lage der Asylberechtigten auf dem Arbeitsmarkt, ihre Leistung für die österreichische Volkswirtschaft, die Probleme und was in Zukunft besser laufen muss.

 

Rotes Kreuz, Caritas und Joanneum Research sind sich einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf! Seit Herbst des Jahres 2015 als eine große Zahl von Asylwerbern nach Österreich gekommen ist, gibt es eine öffentliche politische Diskussion über die sozialen und finanziellen Auswirkungen von Asylberechtigten. Durch die Studie konnte die Arbeitsmarktbeteiligung von rund 65.000 Asylberechtigten in den Jahren 2000 bis 2015 erhoben werden. Ersichtlich ist darin, wann jemand das erste Mal in Österreich einen Job angenommen hat, wie lange er ihn behalten hat, wann er arbeitslos war und wann er Mindestsicherung bezogen hat.

 

Das Ergebnis der Grazer Wissenschaftler macht zuversichtlich: Nach zehn Jahren bringt jeder Asylberechtigte der Volkswirtschaft mehr ein, als er sie kostet. Die Bruttowertschöpfung beträgt rund 7.350 Euro pro Kopf und Jahr. Die Summe der bezahlten Steuern ist im Durchschnitt pro Person um 3.050 Euro höher als die Summe der erhaltenen Transferzahlungen. Die Bedürfnisse von je zehn Asylberechtigten sorgen dafür, dass ein neuer Vollzeitjob geschaffen wird.

 

Frühe Integration in den Arbeitsmarkt notwendig

 

Am Ergebnis lässt sich aber noch etwas ablesen. Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte sind gering und könnten negativ werden, wenn es nicht gelingt, Asylberechtigte möglichst bald in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Chancen zu verbessern. Denn nach etwa fünf Jahren gibt es einen deutlichen Knick in den Erfolgskurven ihrer Karrieren. Wer es nach fünf Jahren nicht geschafft hat, schafft es kaum mehr. Das liegt an den Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt, die diese Gruppe hat.

 

Dringend in Bildung investieren

 

Es muss dringend in die Bildung investiert werden, vor allem in Kurse und Angebote für Menschen, die sich auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer tun. Das gilt besonders für die Jungen und schlecht Qualifizierten. Asylberechtigte müssen früher in den Arbeitsmarkt integriert werden. Hier zeigt sich allerdings ein Problem: Es fehlt ein bundesweiter Überblick, wie viele Menschen in Kursen sind oder wer welche Kompetenzen mitbringt. Notwendig sind mehr gemeinnützige Arbeitsstellen, damit Asylwerber besser Deutsch lernen und eine Arbeitserlaubnis bereits nach drei Monaten. Arbeit ist der Integrationsmotor Nummer eins.

 

Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes ist überzeugt: „Jetzt müssen die richtigen Knöpfe gedrückt werden, damit der „Integrations-Jumbo“ am Ende nicht gegen die Wand fliegt.“

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