Einsatzreicher Sommer

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Arbeiten im Weinberg: Hoch motivierte TÖ-Mitglieder und glückliche Weinbauern.

Von Tirol bis ins Burgenland: Die Schaufel ist wohl das wichtigste Utensil für einen Team Österreich-Einsatz in diesem Sommer. Quer durch Österreich - vom Keller bis in den Weinberg - stehen nach verheerenden Unwettern Aufräumarbeiten an.

 

Juli: Schnelle Hilfe im Weinviertel

 

Engagierte „Team-Österreich“-Mitglieder sind Ende Juli im Bezirk Gänserndorf im Einsatz, um bei Instandsetzungsarbeiten auf den Weinfeldern zu helfen. Rund 60 ha Weingut von mehreren Weinbauern wurden durch die Unwetter stark beschädigt und werden nun wieder hergerichtet.
 
„Es ist toll zu sehen wie hier mit angepackt wird“, erklärt Günter Olsa, Rotkreuz-Bereichskommandant Weinviertel. „Die entstandenen Schäden sind groß – aber durch die Hilfe unserer Team Österreich-Mitglieder kann das Schlimmste verhindert werden.“ Mit vereinten Kräften werden nun die niedergedrückten Weinstützen wieder aufgerichtet bzw. ganz ausgetauscht, um so die Existenzen der Weinbauern zu sichern.

In aller Frühe fanden sich am 29. Juli bereits 28 „Team Österreich“-Mitglieder aus dem gesamten Weinviertel in der betroffenen Region ein. Unterstützt durch Rotkreuz-Mitarbeiter aus Gänserndorf, konnte die Hilfsaktion schnell starten.

 

Laut Bericht vom örtlichen Rotkreuz-Kollegen Alexander Kieser sind die TÖ-Mitglieder top motiviert. Und auch die Verpflegung durch die Weinbauern ist genial, es gibt Frühstück, Mittag- und Abendessen bis zum Abwinken. Einen großen Dank an die Rotkreuz Kollegen in Gänserndorf und an die Weinbauern für die tolle Verpflegung.

Die betroffenen Weinbauern sind glücklich über die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Angefordert wurde die Unterstützung am Dienstag durch den Weinbauernverbund Stillfried-Grub. „Wir rechnen mit rund 1.200 Arbeitsstunden, erst dann können die Winzer wieder mit ihren Maschinen die Reben entsprechend bearbeiten“, so Günter Olsa.

Juni: Hochwasser in Güssing

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Ende Juni wird nach starken Regenfällen im Bezirk Güssing, Strem wird Opfer eines Hochwassers. Ein ganzes Wochenende lang sind Team Österreich-Mitglieder zur Stelle und packen an, berichtet der Bezirksfreiwilligenkoordinator Herbert Stangl:


"Am Freitag, den 26. Juni, hatten sich 15 Personen eingefunden, um in Strem bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Plötzlich verändert sich die Lage dramatisch: eine 2. Flutwelle für Strem wird prognostiziert. Die Aufräumarbeiten müssen warten, alle Hände werden zum Befüllen der Sandsäcke gebraucht.

 

Die Team Österreich Freiwilligen arbeiten Seite an Seite mit der Feuerwehr und zahlreichen Einwohnern. Gegen Abend verschärft sich die Lage weiter, viele Straßen-Verbindungen sind unterbrochen und wir müssen den Rückzug aus dem unteren Stremtal über Nebenstrassen antreten.


Am nächsten Tag gehen 40 Team Österreich Mitglieder in den Morgenstunden in den Einsatz. Aufräumarbeiten in Güttenbach stehen am Programm; das Gemeindezentrum wie die angrenzenden Gebäude wurden überschwemmt. Wir helfen auch hier den Bewohnern ihr Hab und Gut vom Schlamm zu befreien, bzw. die durchfeuchteten Einrichtungen zu entsorgen.

 

Aber auch Strem braucht uns. So helfen wir auch dort und füllen um die Mittagszeit wieder Sandsäcke. Nur der Nachschub an Säcken kann unseren Eifer stoppen. Es gibt keine Säcke mehr. Der Ortskern steht bis zum Feuerwehrhaus unter Wasser, von hier sind Boote im Einsatz, um eingeschlossene Personen zu finden.

 

 

 

 

Nichts geht mehr in Strem

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Über 40 TÖ-Mitglieder befüllen Sandsäcke.

 

Unsere Bezirkstelle hat weitere Rot Kreuz-Mitarbeiter entsandt, um die Personen gemeinsam mit der Feuerwehr zu bergen. Unser Kriseninterventionsteam betreut die Evakuierten im Altenwohnheim Strem. Für das Team Österreich ist heute nichts mehr zu tun. Nichts geht mehr in Strem, die Infrastruktur ist in Mitleiden schafft gezogen, das Telefonnetz ist ausgefallen, Straßen und Häuser überschwemmt.

 

Am Sonntag treffen sich 25 Team Österreich Freiwillige und auf geht’s nach Strem wieder mit der Zielsetzung, den betroffenen Menschen beim Aufräumen zu helfen. Wir treffen Bewohner, die mit Tränen in den Augen ihre Böden und Möbel des Erdgeschosses in riesigen Containern entsorgen.

 

Wir tun, was wir können

 

Überall wird über das Wetter gesprochen - bricht die 3. Welle über Strem herein? Niemand weiß es, Entwarnung gibt es noch keine. Selbst in den am meisten betroffenen Häusern bekommen wir frische Mehlspeise angeboten, wir können nicht ablehnen, die Menschen wollen uns doch etwas zurückgeben. Das ist auch der Zeitpunkt, um ein paar Worte auszutauschen und die Bewohner einwenig aufzurichten. Am Nachmittag gehen wir schweren Herzens nach Hause, doch wir haben getan, was wir konnten: den Menschen in ihrer Not ein wenig Unterstützung gegeben.


Unser Fazit: Team Österreich macht Sinn. Wir hoffen nicht mehr gebraucht zu werden, doch wenn ja - sind wir wieder bereit.
Ein großer Dank gilt auch unserer Rettungshundestaffel, welche das Team Österreich tatkräftig unterstützt hat.

Juli: Oberösterreich braucht Hilfe

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Am 28. Juli geht ein schweres Hagelunwetter über Oberösterreich nieder. Auf einer Fläche von 70 Quadratkilometern wurden Dächer beschädigt und oft auch durchlöchert, zahlreiche Fenster zerbrachen. In Kirchberg bei Mattighofen ist zum Beispiel der ganze Ort von den Splittern der zertrümmerten Eternitfassaden übersät. Das Team Österreich wurde alarmiert.

 

Sieben freiwillige Team Österreich-Mitglieder sind in den nächsten drei Tagen mit Aufräumarbeiten beschäftigt, darunter auch Hans Luttinger aus Mattighofen: "Es könnte genauso auch bei uns passieren, dass wir in diese Situation kommen und da wäre dann natürlich jeder froh um jede Hilfe."

 

Auch die Lehrerin Fanziska Walch aus Altheim packt mit an: "Ich hab Ferien und so viel Zeit und mir gedacht, ein paar Tage zu helfen, ist überhaupt kein Problem."

 

Die Koordination des "Team Österreich"-Einsatzes hat der Braunauer Rot-Kreuz-Bezirksrettungskommandant Herbert Markler übernommen.

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