Unbekannte Fakten zur Katastrophenhilfe

Naturkatastrophen haben einen fixen Platz in Nachrichten und Medien. Dennoch fanden viele von den 2012 registrierten 552 Katastrophen weitgehend unbemerkt statt. Zum Welttag der Katastrophenhilfe werfen wir ein Licht auf weniger bekannte Daten und Fakten zum Katastrophenmanagement des Roten Kreuzes.

Wussten Sie zum Beispiel, dass...

 

 

...jeder Euro, der in Vorsorgemaßnahmen fließt, vier Euro für Katastrophenhilfe spart?

duerre afrika

„Extreme Wetterereignisse kann man nicht verhindern – dass sie in Katastrophen enden, hingegen schon,“ sagt Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe beim Österreichischen Roten Kreuz. Deshalb pocht die Rotkreuz-Bewegung auf Investitionen in Katastrophenvorsorge. Gezielte Katastrophenvorsorge, die Risiken für Menschen senkt, Schäden vermeidet und Menschenleben retten kann, ist bis zu zehn Mal effektiver und wirkungsvoller als Nothilfemaßnahmen nach einer Katastrophe. Vorbeugen ist effektiver, günstiger und nachhaltiger als Akuthilfe.

...Überflutungen weltweit die meisten Katastrophen-Opfer verursachen?

53 Prozent von den 139 Millionen Menschen, die im Jahr 2012 von Naturkatastrophen betroffen waren, sind von Überschwemmungen heimgesucht worden.

 

 

 

Die teuerste Katastrophe 2012 den Namen Sandy trug?

Haiti

Die 552 Katastrophen-Ereignissen, die 2012 weltweit registriert wurden, verursachten Kosten in Höhe von etwa 158 Mrd. US-Dollar. Am teuersten kam der Wirbelsturm Sandy die Betroffenen zu stehen: Er verursachte Schäden in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar.

...das Juni-Hochwasser in Österreich alle Rekorde der Hilfsbereitschaft gebrochen hat?

Sanitäter trägt Sandsäcke

11.780 Personaleinsatz-Tage verzeichnete das Rote Kreuz in der Hochwasser-Zeit. Zusätzlich kamen den über 3.000 Haushalten, die vom Hochwasser betroffen waren, 3.250 Team Österreich Mitarbeiter mit Schaufel, Besen und Kübel zu Hilfe gekommen.

 

Die Mitglieder der Freiwilligenplattform von Ö3 und Rotem Kreuz haben vor allem bei Aufräumarbeiten an den verschiedenen Orten von Oberndorf bei Salzburg über Goldwörth bis Hainburg an der Donau mitgeholfen. Privatpersonen und Unternehmen spendeten etwa acht Millionen Euro an die Hochwasser-Soforthilfe.

…die ÖRK-Katastrophenhelfer weltweites Ansehen genießen?

Konflikt in Nordafrika: Das Rote Kreuz versorgt die Menschen, die auf der Flucht sind, mit Trinkwasser.

Die ÖRK-Spezialisten im Bereich Trinkwasser und Sanitär sind international hoch angesehen. Die Experten stehen in so genannten ERU-Teams für schnelle Einsätze bereit. Die „Emergency Response Units“ helfen bei Katastrophen, die die lokalen Rotkreuzgesellschaften nicht mehr alleine bewältigen können.

 

Sie sind international standardisierte Spezialistenteams, die innerhalb von 48 Stunden inklusive Equipment einsatzbereit sind. Wasser und Sanitär-Module gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie produzieren bis zu 600.000 Liter Trinkwasser für bis zu 40.000 Menschen pro Tag. Der jüngste Einsatz erfolgte 2012 nach dem Hurrikan Sandy in Haiti.

…Katastrophenhilfe eine hochspezialisierte Aufgabe ist?

Für die Bewältigung von Großkatastrophen wie das Erdbeben in Haiti, das Millionen Menschen obdachlos machte, arbeiten Rotkreuz-Experten aus aller Welt Hand in Hand. Die Spezialeinheiten mit ihren Schwerpunkten funktionieren dann im Katastrophengebiet wie ein Räderwerk.


Zusätzlich zu den Wasserspezialisten gibt es Emergency Response Units für alle Bereiche, die in der Akutphase nach einer Katastrophe rasch und effizient wieder funktionieren müssen: Basic Health Care übernimmt die medizinische Grundversorgung für bis zu 30.000 Menschen. Das Referral Hospital verfügt über alle medizinischen Bereiche und versorgt bis zu 250.000 Menschen. Das Modul Relief organisierte Hilfsgüterverteilungen, IT und Telekom stellt Kommunikationsverbindungen wieder her.

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