Sauberes Trinkwasser für Uganda

Zur Bewältigung der größten Flüchtlingskrise Afrikas entsendet das Rote Kreuz eine Trinkwasseraufbereitungsanlage und drei Experten nach Afrika

Als sich die Lade-Luke des Airbus A310F schloss, alles Gepäck an Bord war und die drei Delegierten noch einmal von der Gangway winkten, war ihnen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Die Tage vor so einer Entsendung sind stressig“, sagt Gottfried Staufer, Delegierter aus Oberösterreich. „Ein Briefing nach dem anderen, aber jetzt geht es endlich los“. Gemeinsam mit Hagen Tropper und Anja Pfeifer-Maier aus der Steiermark reist er mit Rotkreuz-Kollegen aus Deutschland und Schweden nach Uganda, um sauberes Trinkwasser für Flüchtlinge aus dem Südsudan bereitzustellen. Mit mehr als 1,5 Millionen Menschen, die seit Dezember 2013 zur Flucht vor dem dort tobenden Bürgerkrieg gezwungen wurden, handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise Afrikas und die drittgrößte der Welt – mit weit weniger öffentlicher Aufmerksamkeit als die Konflikte in Syrien oder Afghanistan.


Derzeit befinden sich rund 700.000 süd-sudanesische Flüchtlinge im Norden von Uganda. Es gibt drei große Camps, wobei alle ihre Kapazitäten überschritten haben: Bidibidi Camp, Rhino Camp und Palorinya Camp. Die ankommenden Flüchtlinge berichten von Gewalt und wahlloser Tötung von Zivilisten, nächtlichen Angriffen auf Häuser, sexueller Gewalt, Plünderungen von Vieh und Eigentum, Angst vor Verhaftung und Folter.


Weil die Kollegen vom Ugandischen Roten Kreuz die Situation alleine nicht mehr bewältigen können, die Wasserquellen knapp sind und sich zu viele Menschen auf engem Raum drängen, entsendet das ÖRK nach Aufruf durch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung eine Trinkwasseraufbereitungsanlage. Sie wird an einer Wasserquelle in der Nähe eines der Flüchtlingscamps aufgebaut – und das Wasser mit Trucks an die Menschen ausgeliefert.



„Unsere Aufgabe besteht darin, die Anlage aufzubauen und sie mit den Kollegen vor Ort in Betrieb zu nehmen, damit sie nach vier Monaten dem Ugandischen Roten Kreuz übergeben werden kann“, sagt die 29-jährige Anja Pfeifer-Maier. Es ist ihr erster Einsatz. Hagen Tropper, wie Staufer Jahrgang 1961, war schon einmal in Südsudan im Einsatz. Das Österreichische Rote Kreuz hat eine lange Erfahrung im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene. Ziel der Entsendung nach Uganda ist auch die Verbesserung der Hygienesituation, um eine Ausbreitung der Cholera zu verhindern. Erste Fälle gibt es bereits.



Das Österreichische Rote Kreuz verfügt über eine regionale Repräsentanz in Ostafrika mit Basis in Kigali, Ruanda, und implementiert bilaterale Wasser, Sanitär- und Hygieneprojekte im Südsudan. Dort sind derzeit mehr als 3,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen und es ist davon auszugehen, dass diese Zahl in den kommenden Monaten aufgrund der andauernden Konflikte und der Trockenzeit ansteigen wird.

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