09.10.2009

Erhöhte Sterblichkeit unter den Ärmsten

Ein Kommentar von Dr. Stefan Seebacher, der als "International Health Advisor" Rotkreuz-Gesundheitsprogrammen beratend zur Seite steht.


Die Auswirkungen des Klimawandels werden von Gemeinschaft zu Gemeinschaft und innerhalb von Gemeinschaften unterschiedlich sein. Die ärmsten Bevölkerungsschichten werden kaum von den möglichen positiven Seiten des Klimawandels (z. B. neue landwirtschaftliche Anbaumöglichkeiten) profitieren können, da ihnen oft das notwendige Wissen und die Mittel fehlen.

 

Armutsbedingte Epidemien


Auf der anderen Seite werden sie überproportional von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen werden. Dies wird in einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit resultieren, welche zusammen mit den Veränderungen im Bereich Wasser und der Infektionserreger zu einer Vermehrung der armutsbedingter Krankheiten und Epidemien führen.


Als Folge wird es zu einer erhöhten Sterblichkeit in den ärmsten Bevölkerungsschichten, insbesondere von alten Menschen, Kindern und Müttern kommen.

Rotkreuz-Hilfe in Gesundheitsprogrammen

Das Rote Kreuz trägt dieser Bedrohung Rechnung. Aspekte des Klimawandels und seine Auswirkungen sind in die internationalen, gemeindeorientierten Gesundheitsprogramme integriert. Diese Programme zielen darauf ab, Gemeinschaften in Partnerländern die Möglichkeit zu geben, ihre Lebenssituation im Gesundheits- und Katastrophenbereich nachhaltig zu verbessern und auf bestehende und zukünftige Bedrohungen zu regieren.

In der Fachsprache heißt das zugrundeliegende Konzept der gemeindorientierten Gesundheitsprogramme „Community Based Health and First Aid“.

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