09.11.2009

Der Ansatz des Roten Kreuzes

Disaster Risk Reduction: Maßgeschneiderter Selbstschutz in betroffenen Dorfgemeinschaften

Bangladesh wird häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Foto: Reuters/Rafiquar Rahman

Damit Katastrophen die Ärmsten nicht noch ärmer machen, hat die Rotkreuz-Bewegung eine eigene Strategie der Katastrophenvorbeugung entwickelt und weltweit umgesetzt. Sie nennt sich Disaster Risk Reduction. Der Grundgedanke dabei: die Anpassungsfähigkeit von potentiellen Katastrophenopfern zu steigern und so die Auswirkungen des Klimawandels für in Armut lebende Menschen zu dämpfen. Das Muster: Maßgeschneiderter Selbstschutz der Dorfgemeinschaften, der sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Betroffenen ausrichtet.

 

Beispiel: Grünes Schutzpaket in Bangladesh

 

Im Norden von Bangladesh leiden hunderte Dörfer unter regelmäßig wiederkehrenden Überschwemmungen. Die Möglichkeiten für die Menschen sind begrenzt. Sie können davonlaufen. Sie können verzweifeln und das Schlimmste erwarten. Oder sie können die Auswirkung des Unvermeidlichen reduzieren.

 

Die Idee des Selbstschutzes brachte Amirul Islam auf die Baumschule. Als Freiwilliger beim Roten Halbmond hat er die Überschwemmungen in seinem Dorf Sirahkunj alljährlich hautnah miterlebt. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen pflanzte er 300 Bäumchen in seiner Baumschule.  

 

Diese Bäume werden, sobald sie groß genug sind, an Flussufern eingepflanzt und bremsen als natürlicher Schutzwall den Ansturm der Wassermassen. Die Pflanzen fördern auch die Entwicklung des Dorfes. Denn mit ihren Wurzeln stabilisieren sie die Erde und verhindern die Erosion der oberen Erdschichten, die für die Landwirtschaft so wichtig sind. Außerdem können die Bäume auch zu einer Einkommensquelle für das Dorf werden. Ausgewachsene Bäume werden gefällt und durch Nachwuchs aus der Baumschule ersetzt. Der Erlös aus dem Holzverkauf kommt wieder der Gemeinschaft zugute.

<< Erste < zurück 1 2 3 vor > Letzte >>
Icon Drucken