Den Dreck wegräumen
Das Rotkreuz-Klimazentrum in Den Haag bereitet die Menschen auf die neuen klimatisch bedingten Risiken vor.
„Wir kommen nicht erst, wenn das Unglück schon passiert ist. Dann sind wir zu spät“, erklärt Madeleen Helmer den Arbeitsauftrag des Rotkreuz-Klimazentrums in Den Haag. „Unsere Rolle ist es, die Menschen auf die neuen klimatisch bedingten Risiken vorzubereiten.“ Das Klimazentrum verfolgt damit einen ganz und gar untypischen Ansatz für die Katastrophenhilfsorganisation Rotes Kreuz.
Die Idee dahinter: Wenn Menschen auf Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Hurrikans vorbereitet sind und wissen, was zu tun ist, sind die Auswirkungen der Katastrophe weniger schlimm. Zur Übung simulieren die Mitarbeiter des Klimazentrums Katastrophen. In Indonesien zum Beispiel einen Orkan.
Mit Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten werden auch Schutzmaßnahmen erarbeitet. Frühwarnsysteme für die Bevölkerung zum Beispiel können ganz unterschiedliche Gesichter haben. Manchmal verbreiten Rotkreuz-Mitarbeiter die Nachricht von nahenden Unwettern per Fahrrad oder per Megaphon oder über das Radio. Wohin sich die Menschen vor Stürmen retten können, wann Schulkinder unter ihren Tischen Zuflucht suchen oder wie ein Krankenhaus gesichert wird, wird in lokalen Übungsszenarien vermittelt.
Dabei können die Klimaexperten aus Den Haag auf eine Stärke des weltweiten Rotkreuz-Netzwerks setzen: Das Rote Kreuz ist in 186 Ländern der Welt immer vor Ort. In fast jeder Dorfgemeinschaft gibt es freiwillige Rotkreuz-Mitarbeiter, die sich zu Katastrophenhelfern ausbilden lassen. Ihr Know how über örtliche Begebenheiten ergibt in Kombination mit dem Wissen der Klimaexperten eine starke Basis, auf der die Maßnahmen für den Ernstfall erarbeitet werden.

