Pakistan: Ein Jahr nach der Katastrophe
Normalerweise freuen sich Pakistans Bauern auf die Regenzeit. Nach den trockenen Monaten bewässert der Regen ihre Felder. Wasser bedeutet Leben. Im vorigen Jahr brachte der Monsunregen die Katastrophe – etwa zehn Millionen Menschen verloren durch die Überschwemmungen ihre Lebensgrundlage. Ein Jahr danach setzt die Rotkreuz-Hilfe auf dauerhafte Verbesserungen.
Vor einem Jahr stand fast ein Fünftel des Landes unter Wasser, die Fluten zerstörten Häuser und überschwemmten zwei Millionen Hektar landwirtschaftliche Anbaufläche, die Ernten, oftmals auch der Viehbestand und die Wohnhäuser gingen verloren.
Mit dem Beginn der diesjährigen Regenzeit kommen auch die Ängste wieder. Reshma Bhugio, Mutter von vier Kindern, kämpft mit der Erinnerung an den vergangenen Sommer. Reshma war im achten Monat schwanger, als sie mit ihrer Familie nach Larkana im Norden der Provinz Sindh floh. „Das Hochwasser trieb uns von zuhause fort“, erzählt sie. „Viele Nächte haben wir unter freiem Himmel verbracht, bis endlich Hilfe kam und wir ein Zelt vom Roten Kreuz bekommen haben.“
Rückkehr ins Nichts
Nach drei Monaten kehrte die Familie in ihr Heimatdorf zurück – und stand vor dem Nichts. „Unser Haus war weg. Vor der Überschwemmung ging es uns gut. Wir hatten Arbeit und konnten unsere Kinder ernähren. Jetzt ist alles schwierig. Ich weine, weil ich meinen Kindern nur einmal am Tag etwas zu essen geben kann, manchmal reicht es nicht einmal dazu.“
Die Zerstörung zieht sich entlang des Indus und dessen Nebenflüssen quer durch Pakistan. Und auch ein Jahr nach der Überschwemmung sind noch Millionen Menschen von Hilfe abhängig.
Der ÖRK-Delegierte Dirk Schrader ist einer von mehr als 55 internationalen Rotkreuz-Helfern, die seit der Katastrophe an der Verbesserung der Lebensbedingungen arbeiten. Sein Tätigkeitsbereich erstreckt sich geographisch über die Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KPK) und den pakistanischen Teil Kashmirs im Norden des Landes bis nach Punjab und Sindh im Süden. Inhaltlich geht es um langfristige Wasser- und Gesundheitsprojekte aber auch um Kathastrophen-Vorsorge, die das ÖRK schon seit 2006 in Pakistan fördert.

