29.11.2011 Von: Poller-Hartig

Klimawandel macht arm

Parallel zum Weltklimagipfel findet die internationale Rotkreuz-Konferenz statt. Auch in Genf wird darum gekämpft, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ärmsten zu bremsen.

 „Für viele Menschen in den Entwicklungsländern und in Afrika ist der Klimawandel eine Frage von Leben und Tod", sagte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma anlässlich Eröffnung des UN-Klimagipfels in Durban. Die Teilnehmer müssten anerkennen, dass die Lösung des Problems des Klimawandels nicht vom Kampf gegen die Armut getrennt werden könne.


Damit greift der südafrikanische Präsident einen wichtigen Ansatz der Rotkreuz-Hilfe auf. Denn während sich wohlhabende Länder gut an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen können, besitzt die Bevölkerung in Entwicklungsländern wenig bis gar keine Kapazitäten, um sich auf Katastrophen vorzubereiten.


Extreme Wetterphänomene verursachen in Industriestaaten vor allem materielle Schäden, aber wenige Tote und Verletzte. In Entwicklungsländern ist es genau umgekehrt: Schäden an Besitz und Infrastruktur werden mit relativ geringen Summen beziffert, während viele Menschen durch Wirbelstürme oder Fluten ums Leben kommen.


Damit Katastrophen die Ärmsten nicht noch ärmer machen, betreibt die Rotkreuz-Bewegung Disaster Risk Reduction in Dorfgemeinschaften. Der Grundgedanke dabei: die Anpassungsfähigkeit von potentiellen Katastrophenopfern zu steigern und so die Auswirkungen des Klimawandels für in Armut lebende Menschen zu dämpfen. Das Muster: Maßgeschneiderter Selbstschutz der Dorfgemeinschaften, der sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Betroffenen ausrichtet.


Ein Beispiel dazu aus Bangladesh


„Wenn man alleine die Überflutungen in Thailand oder Pakistan betrachtet, besteht kein Zweifel, dass extreme Wetterverhältnisse verheerende Auswirkungen gerade auf die ärmsten Mitglieder einer Gesellschaft haben“, sagt Rotkreuz-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky. „Die Rotkreuz-Freiwilligen haben in vielen Dörfern eine Schlüsselrolle in der Katastrophenvorbeugung.“

<< Erste < zurück 1 2 vor > Letzte >>
Icon Drucken