10.02.2012 Von: Poller-Hartig

Lebensrettung in 28 Minuten

Was passiert nach dem Absetzen des Notrufs? Wie kommt die Rettung zum Unfallort, wie der Patient ins Krankenhaus? Das Rote Kreuz Steiermark bietet einen Blick hinter die Kulissen.

Es ist Montagmorgen. Ein Handwerker stürzt bei Bauarbeiten vom Dach. Der Arbeiter ist bewusstlos, blutet aus Mund, Nase und Ohren. Außer Ihnen ist niemand da, der dem Verletzten helfen könnte. Geistesgegenwärtig alarmieren Sie das Rote Kreuz (144). Ab jetzt tickt die Uhr. Jede Minute zählt.

 

9.02 Uhr: Der sogenannte „Calltaker“ – ein eigens ausgebildeter Sanitäter – nimmt den Anruf entgegen, bleibt am Telefon und gibt Erste-Hilfe-Anweisungen. Gleichzeitig leitet ein weiterer Leitstellenmitarbeiter – der „Dispatcher“ – die notwendigen Rettungsmaßnahmen ein: In diesem Fall entsendet er einen Rettungstransportwagen und den Notarzt des Stützpunktes Graz-West (UKH).

 

9.03 Uhr: Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Folgetonhorn.

 

9.07 Uhr: Nachdem der Anrufer die Ankunft der Einsatzfahrzeuge bestätigt hat, beendet der „Calltaker“ das Gespräch.

 

9.08 Uhr: Bereits sechs Minuten nach dem Unglück beginnt die professionelle Versorgung des Patienten.Sie können zurücktreten, mit dem Bewusstsein, alles richtig gemacht zu haben. Falsch wäre nämlich nur, nichts zu tun. Der
Patient wird von den Sanitätern  stabilisiert, die Vitalfunktionen
werden laufend überprüft. Erst wenn der Notarzt entscheidet, dass die Transportfähigkeit gegeben ist, wird der Mann ins UKH transportiert. Das kann mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen, was bei „Schaulustigen“ und Angehörigen oft auf Unverständnis stoßt. Durch die Maßnahmen der Notärzte und Sanitäter können aber vielfach Spät- oder Folgeschäden verhindert werden.

 

9.15 Uhr: Die Rotkreuz-Landesleitstelle erhält eine qualifizierte Rückmeldung über den Zustand des Patienten und kündigt ihn im UKH an. Dort werden Vorbereitungen für die Übernahme getroffen.

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