Fensterputzer in einer Großstadt

Die Auswirkungen von Armut sind weitreichend:

  • Armut hat soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung der Betroffenen zur Folge.
  • Armut macht krank: Wer arm ist, weist im Allgemeinen ein höheres Krankheitsrisiko auf, hat eine kürzere Lebenserwartung und verfügt über wenige bzw. eingeschränkte Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge.
  • Die Zukunfts- und Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen werden in Österreich noch immer durch ihre soziale Herkunft bestimmt. Kinder mit armen Eltern haben schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung. Eine unzureichende Ausbildung bedeutet weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

 

 

Arm sein bedeutet ausgegrenzt sein

„Einkaufen“ im Sozialmarkt, unangenehme Termine beim Sozialamt, Ansuchen um Unterstützungen: Arme Menschen führen oft ein Dasein als „Bittsteller“ und müssen noch zusätzlich schwere Lasten tragen: die Scham und Furcht, ihr Ansehen zu verlieren, Stigmatisierung, Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung. Die Angst, Erwartungen nicht zu entsprechen und die Unmöglichkeit, an vermeintlich „alltäglichen“ gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen zu können. Hilfe anzunehmen ist für viele Betroffene mit großer Scham verbunden. Die oft mühsamen Behördengänge zum Sozial- oder Arbeitsamt empfinden viele als erniedrigend, was häufig einen mehr oder weniger „freiwilligen“ Verzicht auf Sozialleistungen zur Folge hat, obwohl eigentlich Anspruch darauf besteht.

 

Selber schuld!“ vermitteln Außenstehende Menschen in Armutssituationen – denn in der heutigen Gesellschaft werden Wohlstand und Ansehen vor allem mit eigenverantwortlich zu erbringender „Leistung“ verbunden. Arm sein bedeutet in diesem Sinne nicht leistungsfähig zu sein und persönlich versagt zu haben. Die enormen psychischen und physischen Belastungen als Resultat dieser Stigmatisierung und Abwertung sind nicht leicht zu verkraften und enden häufig in sozialem Rückzug, hervorgerufen durch das Gefühl des Nicht-Dazu-Gehörens. Soziale Netze und Freundschaften lösen sich oft auf. Die eigene Armut versuchen die Betroffenen dann möglichst zu verstecken – ohne Hilfe verschwindet diese jedoch nicht.

 

Die individuelle Spontanhilfe des Österreichischen Roten Kreuzes bietet Unterstützung für Menschen, die von Armut betroffen sind:

 

„Auch in Österreich haben Armut und Hilflosigkeit viele Gesichter. Wir helfen unbürokratisch und schnell dort, wo die soziale Sicherung auslässt“, so ÖRK-Präsident Fredy Mayer über dieses wichtige und notwendige Angebot, das zur Gänze aus Spenden finanziert wird.

 

Informationen unter: http://www.roteskreuz.at/pflege-betreuung/soziales/spontanhilfe/

 

Factbook Armut Teil 4

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