Frau mit traurigem Blick sieht aus dem Fenster.

Armutsbekämpfung in Europa

Die europäischen Regierungen verfolgen das Ziel, Armut und Ausgrenzung in Europa durch eine gemeinsame Wachstumsstrategie (Europa 2020) zu verringern.

 

Europaweit sollen mindestens 20 Millionen Menschen aus sozialen Gefährdungslagen gebracht werden. Für Österreich bedeutet dies eine Reduktion der von Ausgrenzungsgefährdung betroffenen Gruppe um 235.000 Personen. 

 

Seit der Verpflichtungserklärung der Staats- und Regierungschefs (Lissabon-Strategie, siehe auch Kap. „Förderung der sozialen Integration”) ist einiges passiert: Strategien und Pläne zur Armutsbekämpfung wurden auf EU-Ebene und innerhalb der einzelnen Mitgliedsstaaten entwickelt, überarbeitet und verabschiedet.

 

12,6 Prozent der Europäer sind gemäß der EU-SILC des Jahres 2011 von Armutsgefährdung betroffen.

Poverty is not God-given. Poverty can be removed by collective action. The strategy must involve all sectors and levels of society – including state, market and civil society.
(Ela Bhatt, Trägerin des alternativen Nobelpreises, Indien)

 

Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut und sozialer Ausgrenzung zu stärken und die Wahrnehmung für ihre vielfältigen Ursachen und Auswirkungen zu schärfen war das Ziel des Europäischen Jahres 2010 – ausgerufen von der Europäischen Kommission. Den Vorurteilen und möglichen Diskriminierungen gegenüber von Armutsrisiken und Ausgrenzung betroffenen Menschen sollte verstärkt begegnet werden. Gleichzeitig sollten Ansätze zu deren Überwindung aufgezeigt werden.

 

Der Beschluss des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (PDF-Download) legte mehrere Ziele fest (im Folgenden zitiert nach www.2010gegenarmut.at):

  • Die Anerkennung des Rechts der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Menschen auf ein Leben in Würde und umfassende Teilhabe an der Gesellschaft. Das Bewusstsein für die Lage armer Menschen soll geschärft, ihr Zugang zu Rechten, Ressourcen und Dienstleistungen gefördert und Stereotype und Stigmatisierungen bekämpft werden.
  • Eine verstärkte Identifizierung der Öffentlichkeit mit Strategien und Maßnahmen zur Förderung der sozialen Eingliederung durch Betonung der Verantwortung, die jeder Einzelne im Kampf gegen Armut und Marginalisierung trägt.
  • Die Förderung eines stärkeren sozialen Zusammenhalts durch Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Vorteile, die für jeden mit einer Gesellschaft verbunden sind, in der es keine Armut mehr gibt und in der niemand an den Rand gedrängt wird.
  • Die Bekräftigung des starken politischen Engagements der EU für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung und Förderung dieses Engagements auf allen Entscheidungsebenen.


Einen Ansatz zum Erreichen der Ziele bilden Projekte, die in den EU-Mitgliedsstaaten ausgeschrieben wurden und die einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten sollen.


Factbook Armut Teil 5

socialshareprivacy info icon