Factbook Armut (5)

Frau mit traurigem Blick sieht aus dem Fenster.

Projekte und Botschafter gegen Armut

Wie in den anderen EU-Mitgliedsstaaten werden auch in Österreich verschiedene Projekte, die die Öffentlichkeit bezüglich des Themas sensibilisieren sollen, organisiert und gefördert (Übersicht). 60 Projekte zur Armutsbekämpfung wurden eingereicht, 16 davon wurden mit Förderungen bedacht.


Weiters werden prominente Botschafter wie Willi Resetarits, Margit Fischer oder Barbara Stöckl die Inhalte des Europäischen Jahres 2010 bekannt machen und vermitteln:

Als Moderatorin & Chefredakteurin der ORF Lebenshilfesendung bin ich laufend und tagtäglich mit vielen Formen der Armut konfrontiert. Es ist eine Schande, dass im reichen Österreich noch immer eine Million Menschen von Armut bedroht sind und 100.000 Kinder in Armut leben müssen.
(Barbara Stöckl)


Maßnahmen zur Armutsbekämpfung

Die wichtigsten Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in Österreich sind die Erhaltung und Förderung von Beschäftigung sowie die Umsetzung der bedarsorientierten Mindestsicherung. Diese werden im nächsten Teil des Factbooks genauer erläutert.

 

Monetäre Transferleistungen (Sozialleistungen) stellen eine zentrale Säule des Sozialstaates dar. Für welche sozialen Notlagen diese Leistungen bereitgestellt werden, nach welchen Kriterien sie vergeben werden und welche Sicherungsziele sie verfolgen, unterliegt jedoch einer großen Bandbreite. Im österreichischen Sozialstaat werden Rechte auf Geld- und Sachleistungen nach drei verschiedenen Modi zugeteilt: Dem Prinzip der Versicherung, der Versorgung und der Fürsorge. Dass es auf (die meisten) Sozialleistungen einen Rechtsanspruch gibt, bedeutet jedoch nicht, dass soziale Rechte voraussetzungslos vergeben würden. Die wohl zentralste Pflicht im Sozialstaat ist jene zur Erwerbsarbeit bzw. Erwerbsarbeitswilligkeit.

 

Dem Auf- und Ausbau von Struktureinrichtungen im sozialen Bereich kommt eine besondere Bedeutung zu. „Soziale Infrastruktur“ bezeichnet Einrichtungen im Bildungssystem, im Dienstleistungssektor (z.B. Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen), im Gesundheitssystem sowie im kulturellen Bereich.

 

Weitere Maßnahmen, die von der Bundesregierung gesetzt werden (siehe auch Maßnahmenkatalog):

  • Steuerreform 2009
  • Einführung der 13. Familienbeihilfe
  • Kinderbetreuungsgeld
  • Streichung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge bei Einkommen unter 1.350 Euro


Auch humanitäre Organisationen wie das Rote Kreuz nehmen sich dem Thema an und helfen beispielsweise mit der individuellen Spontanhilfe. Mit dieser Dienstleistung hilft das Rote Kreuz Menschen, die in Not geraten sind und die keine bzw. zu geringe Unterstützung von behördlicher Seite erhalten. Die Hilfe beinhaltet die Vergabe von Lebensmittelgutscheinen, Vermittlung von Informationen, Sachspenden und kurzfristige finanzielle Unterstützung.


Quellen:


Factbook Armut Teil 5

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