Frau mit traurigem Blick sieht aus dem Fenster.

Maßnahmen zur Armutsbekämpfung

Die wichtigsten Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in Österreich sind die Erhaltung und Förderung von Beschäftigung sowie die Umsetzung der bedarsorientierten Mindestsicherung. Diese werden im nächsten Teil des Factbooks genauer erläutert.

 

Monetäre Transferleistungen (Sozialleistungen) stellen eine zentrale Säule des Sozialstaates dar. Sozialleistungen spielen eine entscheidende Rolle für die Vermeidung von Armutsgefährdung. Würden keine Pensionen und Sozialleistungen ausbezahlt, blieben 3,6 Millionen Menschen – das entspricht 43 Prozent der Bevölkerung – mit ihrem Haushaltseinkommen unter der  Gefährdungsschwelle. 

 

Für welche sozialen Notlagen diese Leistungen bereitgestellt werden, nach welchen Kriterien sie vergeben werden und welche Sicherungsziele sie verfolgen, unterliegt jedoch einer großen Bandbreite. Im österreichischen Sozialstaat werden Rechte auf Geld- und Sachleistungen nach drei verschiedenen Modi zugeteilt: Dem Prinzip der Versicherung, der Versorgung und der Fürsorge. Dass es auf (die meisten) Sozialleistungen einen Rechtsanspruch gibt, bedeutet jedoch nicht, dass soziale Rechte voraussetzungslos vergeben würden. Die wohl zentralste Pflicht im Sozialstaat ist jene zur Erwerbsarbeit bzw. Erwerbsarbeitswilligkeit.

 

Dem Auf- und Ausbau von Struktureinrichtungen im sozialen Bereich kommt eine besondere Bedeutung zu. „Soziale Infrastruktur“ bezeichnet Einrichtungen im Bildungssystem, im Dienstleistungssektor (z.B. Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen), im Gesundheitssystem sowie im kulturellen Bereich.

 

Auch humanitäre Organisationen wie das Rote Kreuz nehmen sich dem Thema an und helfen beispielsweise mit der individuellen Spontanhilfe. Die Hilfe beinhaltet die Vergabe von Lebensmittelgutscheinen, Vermittlung von Informationen, Sachspenden und kurzfristige finanzielle Unterstützung.

 

Jede Woche versorgen über 50 Ausgabestellen der Team Österreich-Tafel sowie Rotkreuz-Sozialmärkte in Armut lebende Menschen mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs.


Factbook Armut Teil 5

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