Ein Mensch liegt auf einer Bank.

 

Wer ist arm?

Armut existiert auch in einem „reichen“ Land: Eine Million Menschen in Österreich verfügen über ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Und Armut bedeutet mehr als ein niedriges Einkommen. Armut verursacht Isolation, eine Verschlechterung des physischen und psychischen Gesundheitszustandes und schränkt Möglichkeiten und Zukunftschancen stark ein.

 

 

In Österreich haben 300. 000 Menschen nicht einmal mehr als 600 Euro pro Monat zur Verfügung. Etwa ein Viertel der in Armut lebenden Menschen sind Kinder. Frauen sind stärker als Männer von Armut betroffen, ebenso Erwerbslose, Zugewanderte und Alleinerziehende sowie jene Menschen, die von ihrer ausgeübten Arbeit nicht leben können.
Armut kann jede/n treffen – denn die Gefahr, durch soziale Netze zu fallen ist gestiegen. Plötzliche Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit, Verschuldung sowie ein Mangel an Bildung oder Ausbildung – Armut kann viele Ursachen haben (diese werden in den Teilen 2 und 3 des Factbooks ausführlicher erläutert). Geringe Qualifikation verschlechtert die Chance, Arbeit zu finden. Auch Familien mit mehreren Kindern sind sehr häufig verstärkt armutsgefährdet.

 

SILC – Ist Armut messbar?

Informationen zu Einkommen und Lebensumständen in Privathaushalten werden in den EU-Mitgliedsstaaten und anderen europäischen Ländern durch SILC – Statistics on Income and Living Conditions – gesammelt. Die Ergebnisse dieser jährlichen Erhebung bilden eine relevante Grundlage für sozialpolitische Entscheidungen der teilnehmenden Länder.

 

In Österreich waren im Jahr 2011 rund eine Million Menschen armutsgefährdet. 511.000 Menschen lebten 2010 in akuter Armut oder sozialer Ausgrenzung, sie sind manifest arm. Der Schwellenwert für akute Armut liegt bei einem verfügbaren Haushaltseinkommen von 1.031 Euro pro Monat für Alleinlebende plus 309 Euro für jedes Kind und 516 Euro für jeden weiteren Erwachsenen.

 

Außerdem trifft mindestens eine der folgenden Einschränkungen der Lebenssituation bei Armutsgefährdung zu:

  • Substandardwohnung
  • Zahlungsrückstände bei Mieten und Krediten
  • Probleme beim Beheizen der Wohnung
  • Unmöglichkeit, abgetragene Kleidung durch Neue zu ersetzen
  • Unmöglichkeit, zumindest einmal im Monat nach Hause zum Essen einzuladen

Ausgrenzungsgefährdung schließt zusätzlich rund 400.000 Personen mit Einkommen über der Gefährdungsschwelle ein. Sie sind erheblich materiell depriviert oder es liegt Erwerbslosigkeit im Haushalt vor.

 

 

Factbook Armut Teil 1

 

 

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