Das Rote Kreuz ohne Freiwillige – undenkbar!

Ohne das Engagement Tausender freiwilliger Mitarbeiter wäre es nicht möglich, die umfangreichen Leistungen des Roten Kreuzes aufrecht zu erhalten.

Tag und Nacht im Einsatz

Immer wenn sich in Österreich irgendwo ein Notfall ereignet, oder wenn Patienten mit dem Krankenwagen transportiert werden müssen, sind die Helfer des Roten Kreuzes zur Stelle. Der Rettungs- und Krankentransport ist der bekannteste Leistungsbereich des Österreichischen Roten Kreuzes. Rund 34.800 Freiwillige arbeiten Tag und Nacht in diesem Tätigkeitsfeld, das in allen österreichischen Bundesländern angeboten wird. Das Österreichische Rote Kreuz bietet weiters für alle Veranstaltungen geeignete Konzepte an, um die Sicherheit im medizinischen und sanitätstechnischen Bereich zu erhöhen.

 

Nach belastenden Einsätzen stehen ihnen die Kollegen von den psychosozialen Diensten zur Seite. Die Kriseninterventionsteams kümmern sich auch um Betroffene nach traumatischen Ereignissen. Fast alle Kriseninterventionen werden von Freiwilligen geschultert – ohne ihr Engagement gäbe es keine „Erste Hilfe für die Seele“, die geschockte Angehörige durch die ersten Stunden nach einem tragischen Verlust begleitet.

 

Aber auch abseits des Sanitätsdienstes leisten Ehrenamtliche Großes. In Tirol zum Beispiel betreuen freiwillige Mitarbeiter den Bereich Suchdienst. Das Team ist der Ausgangspunkt bei der Suche nach vermissten Angehörigen und betreut Flüchtlinge bei Familienzusammenführungen.

 

300.000 freiwillige Spender trugen im vergangenen Jahr mit ihrer Blutspende beim Roten Kreuz zur flächendeckenden Versorgung Österreichs mit lebensrettenden Blutprodukten bei.

Pflege braucht Freiwilligkeit

Auch der Blick in die Zukunft macht klar: Pflege braucht Freiwilligkeit. Im Jahr 2050 werden 11 Prozent der Österreicher über 80 Jahre alt sein. Das Altern aktiv und gesundheitsfördernd zu gestalten und leistbare Pflegedienste anzubieten wird nur mithilfe von freiwilligen Besuchsdiensten, freiwilliger mobiler Hospizbetreuung, freiwillig betreuten Reisen und Bewegungskursen funktionieren.

 

Jeden Tag sind speziell ausgebildete Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes in der professionellen Telefonberatung unter der Ö3-Kummernummer (116 123) erreichbar. Sie hören aktiv zu, bieten Hilfe zur Selbsthilfe und Kontakt zu fachlichen Spezialisten.

Katastropheneinsatz im In- und Ausland

Erdbeben, Tsunamis, Hurrikans und Überschwemmungen: Auch für den Katastropheneinsatz im In- und Ausland sind Freiwillige jederzeit abrufbereit. Seit der Gründung des Projekts „Team Österreich“ im Jahr 2007 haben sich fast 29.000 Österreicher registriert und in die Helferliste eingetragen. Im Rahmen der „Team Österreich Tafel“ verteilen pro Aktion 400 freiwillige Helfer überschüssige, einwandfreie Lebensmittel an bedürftige Menschen in Österreich.

Helfen macht Schule!

So lautet das Motto des Österreichischen Jugendrotkreuzes. Deshalb versuchen über 9.100 Freiwillige im Österreichischen Jugendrotkreuz junge Menschen so früh wie möglich zu humanitärer Gesinnung, mitmenschlichem Verhalten, Eigeninitiative und gesunder Lebensweise hinzuführen. Das Jugendrotkreuz bietet Kindern und Jugendlichen ein vielfältiges Kursangebot, z. B. Erste Hilfe-Kurse, Schwimm- und Radfahrkurse sowie die Babyfit-Ausbildung. Im Krisenfall leistet das ÖJRK im In- und Ausland vor allem für Kinder und Jugendliche Hilfe.

 

Die Leistung der Rotkreuz-Freiwilligen lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Über 10,5 Millionen Arbeitsstunden haben die Freiwilligen im Roten Kreuz im Jahr 2009 geleistet. Das entspricht einem Wert von 211 Millionen Euro.

Das Rote Kreuz ohne Freiwillige ist also schlichtweg undenkbar! Sie sind das Rückgrat der Hilfsorganisation. In welchem Leistungsbereich auch immer die 51.430 österreichischen Rotkreuz-Freiwilligen tätig sind, ihr selbstloser Einsatz hält die Gesellschaft am Leben und tut ihr gut. Denn sie sind auch Vorbilder für ein Handeln, dass sich an der Menschlichkeit orientiert.

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Factbox:

  • In Österreich leisten rund 45 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit, das sind knapp drei Millionen Personen.
  • Die überwiegende Zahl der Rotkreuz-Freiwilligen weltweit und in Österreich betätigt sich im Bereich Gesundheitspromotion, Behandlung und Rettungsdienst, gefolgt von Katastrophenvorsorge, Katastrophenhilfe und Wiederaufbau.
  • 34.800 Freiwillige des Österreichischen Roten Kreuzes sind im Rettungs- und Krankentransportdienst tätig.
  • Die Mehrheit der Freiwilligen gibt als Hauptmotivation an, Spaß an ihrer Tätigkeit zu haben. Weitere sehr häufig genannte Gründe, Freiwilligenarbeit zu leisten, sind „anderen damit helfen zu können“ sowie „Menschen zu treffen und Freunde zu gewinnen“.
  • Insgesamt erbringen Freiwillige ein Arbeitsvolumen von wöchentlich 14,7 Millionen Arbeitsstunden. Dies entspricht dem Arbeitsvolumen von 425.000 Vollzeitbeschäftigten bzw. 13 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich.

(Quelle: ÖRK; Freiwilligenbericht 2009)