Hilfe über ein weltweites Netzwerk

suchdienst ikrk

 

„Es ist schrecklich, einen Familienangehörigen durch den Tod zu verlieren – noch schrecklicher jedoch ist es, nicht zu wissen, wo und wie der geliebte Mensch gestorben ist.“ Klaus Mittermaier, Leiter des Suchdienstes München

 

Der Suchdienst der Rotkreuz- und  Rothalbmondbewegung ist in 189 Ländern der Welt präsent. Das weltweite Netzwerk hilft Familien, die aufgrund von Kriegen, bewaffneten Konflikten oder Katastrophen voneinander getrennt wurden, den Kontakt zueinander wieder herzustellen.

 

Der Zentrale Suchdienst befindet sich in Genf und wird vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geleitet. Auch der Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes arbeitet eng mit dem IKRK zusammen. Die Abteilung „Suchdienst“ des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) wurde unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 eingerichtet. 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           
Neben der Suche nach vermissten Familienangehörigen stellt das Rotkreuz-Netzwerk auch Kontakte zwischen getrennten Familienmitgliedern her. Nach Naturkatastrophen wie zum Beispiel nach dem Erdbeben in Haiti überbrücken Satellitentelefone des Roten Kreuzes die zerstörte Infrastruktur.

 

Eigene Rotkreuz-Nachrichten erlauben zum Beispiel aufgrund von Konflikten Inhaftierten oder Getrennten mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben. Weiters unterstützt der Suchdienst Familien bei der Wiedervereinigung. Auch das Ausstellen von Dokumenten wie Haftbestätigungen oder Zwangsarbeitsbestätigungen übernimmt der Suchdienst.

 

 

Die größten "Themen" des ÖRK-Suchdienstes seit 1945 waren:

 

Die Öffnung der Archive in den ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes 1991 führte zu einer Flut von neuen Anfragen und half mit, viele Schicksale aus dem zweiten Weltkrieg zu klären. Bis heute sind aber noch immer etwa 20.000 Schicksale ungeklärt.

 

In den 1990er Jahren wurde die Arbeit des Suchdienstes von den Konflikten auf dem  Balkan dominiert. Insgesamt übermittelte der Suchdienst während der Balkankriege über 90.000 Rotkreuz-Nachrichten an Flüchtlinge in Österreich und deren Verwandte in der Heimat.

 

Wo es möglich war, wurden Familien bei der Familienzusammenführung in Österreich unterstützt. Etwa 30.000 Menschen galten damals alleine auf dem Gebiet von Bosnien und Herzegowina als vermisst. Einige Jahre nach Kriegsende wurden die ersten Massengräber gefunden und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz begann damit, sterbliche Überreste zu identifizieren.

2005 wurden zahlreiche ehemalige Flüchtlinge in Österreich zu ihren immer noch vermissten Angehörigen befragt, um die Identifizierung der Opfer zu erleichtern und den Familien endlich Gewissheit über deren Schicksal zu geben.

 

Im Jahr 2009 hat der ÖRK-Suchdienst etwa 1.300 Anfragen bearbeitet.

 

 

socialshareprivacy info icon