Suchdienst-Instrumente
Von der Rotkreuz-Nachricht bis zur Radiosendung
Rotkreuz-Nachrichten: In Kriegszeiten oder nach Katastrophen stehen oft keine herkömmlichen Kommunikationswege wie Post oder Telefon zur Verfügung. Für das Rote Kreuz zählt der Kontakt zwischen getrennten Familienmitgliedern zu den Menschenrechten. Deshalb sorgen spezielle Rotkreuz-Nachrichten rund um die Welt für Austausch.
Für Inhaftierte oder Kriegsgefangene, die von IKRK-Delegierten besucht werden, sind die Rotkreuz-Nachrichten oft die einzige Möglichkeit, mit Zuhause zu kommunizieren.
Gefangenenbesuche: Delegierte des IKRK besuchen und registrieren in Krisengebieten Gefangene, um ihr Wohlergehen zu gewährleisten, den Kontakt zu den Familien wieder herzustellen und darauf zu achten, dass diese nicht „verschwinden“. Werden Gruppen von Gefangenen freigelassen, organisiert das IKRK oft den Rücktransport in die Heimat.
Family Links (www.familylinks.icrc.org): Das IKRK betreibt diese Homepage, auf der sich Suchende, aber auch Personen, die ihren Lieben mitteilen wollen, dass es ihnen gut geht, eintragen können. Stark frequentiert wurde sie in den letzten Jahren auch nach Katastrophen, wie etwa nach dem Tsunami, dem Hurrikan Katrina oder dem Erdbeben auf Haiti.
Vermisstenbildlisten: Enthalten Fotos von Soldaten, die seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst werden.

Blättern im Book of Belongíngs
Balkan
Book of the Missing: Das Buch verzeichnet zehntausende Namen von Vermissten auf dem Balkan. Es wurde den zuständigen Behörden vorgelegt, um sie dazu zu bringen, die Schicksalsklärung zu unterstützen.
Book of Belongings: Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände der Opfer der Balkankriege, die aus Massengräbern geborgen wurden, sind in dem Buch abgebildet und dieses wird den Familien zur Identifizierung vorgelegt.
Ante Mortem Daten: Ein weiteres Instrument, um die sterblichen Überreste der Vermissten der Balkankriege zu identifizieren, ist die Erhebung von Daten, die Aufschluss über die physischen Merkmale einer Person vor deren Verschwinden geben.
Afrika
Foto-Poster: Vor allem in afrikanischen Ländern, wie zum Beispiel Liberia, werden Poster mit den Fotos von unbegleiteten Kindern an öffentlichen Plätzen ausgehängt, um eine Identifizierung und wieder Vereinigung mit den Eltern möglich zu machen.
Radioverlautbarungen und Fernsehsendungen: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über das Radio regelmäßig Suchmeldungen nach vermissten Personen verlautbart. Heute ist es in vielen afrikanischen Ländern üblich, dass Suchmeldungen über BBC verlautbart werden.
Satellitentelefone: In Konfliktgebieten wie zum Beispiel dem Irak stellt der Suchdienst Telefone für ein ca. zweiminütiges Gespräch zur Verfügung. Diese Gespräche werden überwacht und dienen ausschließlich dazu, Kontakt zu Angehörigen aufzunehmen.
Tag der Verschwundenen
Der Gedenktag am 30. August erinnert an das Schicksal von Personen, über deren Verbleib nichts bekannt ist. Er geht auf die Initiative der Lateinamerikanischen Föderation der Vereinigungen von Familienangehörigen Festgehaltener/Verschwundener im Jahre 1981 zurück.


